Die Musikbranche werde nie mehr erneut fünf Jahre brauchen, um sich auf einen neuen Vertriebsweg einzustellen, glaubt Dr. Balthasar Schramm, Chef von Sony Music Deutschland. Statt dessen will er im Kampf gegen Musikpiraten die „Zügel massiv anziehen“. „Wir werden Auskunftsersuchen bei Internetprovidern zu verdächtigen IP-Adressen stellen, um Anbieter und Konsumenten von illegaler Musik aufzuspüren und dann die Staatsanwaltschaften einschalten“, sagte Schramm im Interview mit dem „Handelsblatt“. Die Branche werde „schlicht den Verfolgungsdruck erhöhen“. Solange die Musikbranche keine legale Alternative zum KaZaA-Download anbot, „konnten wir das nicht guten Gewissens machen“, so Schramm. Mit dem Bekenntnis zu Phonoline habe sich das nun geändert. Die gemeinsame Plattform der Industrie sei auch kein Feigenblatt, um die Verfolgung von Netzpiraten zu intensivieren: „Wir wollen echtes Geschäft mit der Plattform machen. Apple hat gezeigt, wie es geht. Ich gehe davon aus, dass wir mehrere Millionen Tracks pro Jahr verkaufen werden. Der Anteil des Online-Umsatzes dürfte in der Branche auf 15 bis 20 Prozent in wenigen Jahren ansteigen.“ Auf keinen Fall werde die Industrie nocheinmal einen Umbruch so lange beobachten: „Das Neue ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Wir müssen halt immer noch schneller werden.“
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