“Wir sind die ersten Opfer einer sehr viel größeren Entwicklung“, erklärte Sony-President Dr. Balthasar Schramm anschließend die aktuellen Probleme der Branche, und sagte ähnliche Gefahren für die Bereiche Film und Games voraus. Dieser Entwicklung müsse nun auch mit rechtlichen Mitteln begegnet werden: „Wir sind nicht mehr bereit, zuzusehen.“ Ziel der eingeleiteten Klagen sei es, „Wissen wehrhaft zu verteidigen“. Die westlichen Volkswirtschaften würden nicht überleben, wenn sich die Art des Umgangs mit non-physischen Rechten nicht fundamental ändere. Schramm wusste vor allem durch seine ruhige und bestimmte Art zu überzeugen, in der er das Thema dem Plenum ohne schulmeisterliche Klagetöne nahe brachte.
Ebenfalls überzeugend, wenn auch auf ganz andere Art, trat Jim Griffin auf, der einst die Technologie-Abteilung bei Geffen Records ins Leben rief und heute als Gründer von Cherry Lane und Berater zu den umstrittenen Visionären der Branche zählt. Er habe keine Antworten auf die Krise, wolle aber den Dialog stimulieren, meinte Griffin einleitend. Anschließend erläuterte er sein Modell, wie die Branche aus der massenhaften Verbreitung von Musik Profit ziehen könne. Dazu sei es nötig, nach dem Vorbild von Versicherungs- oder Verwertungsgesellschaften Geld in Pools zu sammeln, aus denen die Content-Lieferanten schließlich bezahlt werden. GEMA, Suisa und Co. ließen „viel Geld auf dem Tisch liegen“, mahnte Griffin, indem sie die ohnehin stattfindende Verbreitung von Musik nicht offensiv lizenzierten. So würde die Musikbranche ihre Umsätze allein in der Schweiz nahezu verdreifachen können, wenn jeder Bürger mit Internetzugang oder mobilen Geräten der neuen Generation einen pauschalen Monatsbetrag von wenigen Franken zahlen würde, wie es etwa bei TV-Gebühren üblich sei. Mit Hilfe von DRM-Systemen sei dagegen dauerhaft keine Kontrolle musikalischer Inhalte möglich.






