Dr. Balthasar Schramm, Präsident Sony Music Entertainment GSA, sprach in einem Vortrag bei der forward2business-Zukunftsuniversität am 11. Mai 2004 über „die Zukunft der Wissensgesellschaft in der digitalen Welt“. Dabei zeichnete er ein düsteres Bild von Deutschlands Zukunft. Bei dem Weg in die Wissensgesellschaft, so Schramm, sei Deutschland „auf dem Stand eines Entwicklungslandes“. Wenn es nicht gelinge, geistiges Eigentum wirksam zu schützen, prognostizierte er ein „kulturelles Waldsterben“, zumal das geistige Eigentum Deutschlands einziger Produktionsfaktor sei. Seiner Einschätzung nach werden nicht die klassischen Faktoren Boden, Kapital und Arbeit die Zukunft des Landes entscheiden, sondern der Umgang mit Wissen. Er erläuterte die Notwendigkeit, ein Unrechtsbewusstsein zu schaffen, das bisher nur im Umgang mit körperlichem Eigentum vorhanden sei. Dies sei auch Aufgabe der Politik, sowohl in Hinblick auf die Erziehung künftiger Generationen, als auch hinsichtlich eines „erhöhten Verfolgungsdrucks“, wie er beim internationalen Geldverkehr oder im Bereich der Internet-Kinderpornographie selbstverständlich sei. „Wenn heute ein 14-Jähriger Schokolade klaut“, so Schramm, „wird er in seinem Umfeld sehr deutlich spüren, dass dies gesellschaftlich nicht toleriert wird. Wenn derselbe 14-Jährige einen Film kopiert und brennt, holt die Mami gleich die Nachbarn, um zu zeigen, was für ein begabtes Kerlchen sie hat.“ Weiterhin plädierte er für eine Zusammenarbeit mit der Hardwareindustrie, die bisher allein von den durch Downloads und Brenntechniken entstandenen Märkten profitiere. In diesem Zusammenhang kündigte Schramm für die kommenden Woche eine Neuentwicklung aus dem Hause Sony an.
Schramm sieht Gefahr für Produktionsfaktor Wissen
Dr. Balthasar Schramm, Präsident Sony Music Entertainment GSA, sieht „die Zukunft der Wissensgesellschaft in der digitalen Welt“ in Gefahr.






