Als erster Chef einer Major-Plattenfirma räumt Balthasar Schramm, President Sony Music Entertainment (Germany), ein, dass CDs im Schnitt zu teuer sind. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ sagte Schramm: „Die Preise müssen erheblich stärker differenziert werden.“ Er schlägt einen sogenannten „Taschengeld-Tonträger“ vor, der zum Preis von 3,50 Euro drei Musikstücke enthalten könne. Einen Alleingang seiner Firma schliesst Schramm allerdings aus. Ein neues Format müsse gemeinsam von allen Plattenfirmen und dem Handel durchgesetzt werden. Im Gegenzug könnten für eine ältere Zielgruppe hochpreisige Produkte wie Musik-DVDs oder Bildbände mit beigelegten CDs angeboten werden. Darüber hinaus klagt Schramm Unterstützung von der Politik ein. Er fordert vom Gesetzgeber eine Neuheiten-Quote für den öffentlich-rechtlichen Hörfunk, wie sie der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft bereits vorgeschlagen hatte. „Wir brauchen wieder Eckiges und Kantiges im Radio,“ wendet sich der Sony-Chef gegen das seiner Ansicht nach derzeit dominierende „langweilige Hintergrundgedudel.“ Diesbezügliche Gespräche mit der neuen Kulturstaatsministerin Christina Weiss liefen bereits. Als weiteren zentralen Punkt nennt Schramm den Schutz des Urheberrechts. „Das digitale Kopieren von CDs und das Knacken des Kopierschutzes müssen strafbar sein,“ so Schramm.
Schramm denkt über Preissenkungen bei CDs nach
Sony-Chef Balthasar Schramm plädiert gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ für ein neues, billiges „Taschengeld“-Format und für eine gesetzliche Radioquote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.






