Recorded & Publishing

S.A.D. findet neue Wege für die Musikkopie

Die Ulmer Softwareschmiede S.A.D. bietet mit ihrem neuen Produkt AudioJack Nutzern die Möglichkeit, Musikkopien aus dem Radio komfortabel zu CDs zusammenzustellen. Dies ist zwar legal, der IFPI jedoch nach Aussagen von Hartmut Spiesecke, dem Sprecher des Bundesverbandes Phono, ein Dorn im Auge.

Die Ulmer Softwareschmiede S.A.D. – Software Animation Design sucht neue, legale Lösungen für ihre Kopierprogramme. Mit Software-Programmen, die das Umgehen von Kopierschutzmechanismen ermöglichten, hatte S.A.D. im Rechtsstreit gegen die IFPI klein beigeben müssen. Man habe sich jetzt, so Robert Knapp, Unternehmenssprecher S.A.D., an den Vorgaben des Gesetzgebers orientiert und sich Gedanken gemacht, welche Wege das neue Urheberrechtsgesetz denn aufzeige. In den Fokus der Softwareentwickler ist im Zuge dieser Überlegungen die Musik geraten: „Wir haben uns vor dem Verfahren gar keine Gedanken über Musik gemacht, haben jetzt aber, dank dem neuen Urheberrechtsgesetz, ein schönes Tool für Musikfans entwickelt.“ Herausgekommen ist der AudioJack, der Musik im Internet aufnimmt und die Stücke auf Festplatte ablegt. Der AudioJack ist nach Aussage von S.A.D. ein „Rundum-sorglos-Tool“ mit Radioaufnahmeprogramm, Musikeditor, Musikconverter und Brennprogramm. Die Software nimmt die Titel auf, schneidet sie und versieht sie mit Titel- und Interpretenbezeichnung.

Dr. Hartmut Spiesecke, Sprecher des Bundesverband Phono, sagte gegenüber musikwoche, dass es längst ein Dutzend Programme mit diesen Funktionalitäten gebe und die „Musikwirtschaft hier ihr nächstes Kopierproblem“ habe. „In der Tat ist es bisher erlaubt, Musik aus dem Radio zur privaten Nutzung aufzunehmen“, so Spiesecke. Die Schwierigkeit, die daraus für die Urheberrechtsgesellschaft entstehe, liege dabei vor allem in der „technischen Programmierbarkeit“ begründet. So könne beispielsweise ein Rechner so programmiert werden, dass er nach und nach alle Stücke eines neuen Grönemeyer-Albums aufnimmt, so lange, bis das Album vollständig ist. Bereits zur Nouvellierung des Urheberrechtsgesetzes im letzten Jahr beschäftigte sich die IFPI mit Kopiergesetzen für Radiomusik und forderte ein Exklusivrecht für Musik im Radio, wie dies bereits für Fernsehsender der Fall ist, die die Rechte für die von ihnen gespielte Musik vorher abklären müssen. Außerdem möchten die Phonoverbände ein Exklusivrecht für die Privatkopie einführen, so dass nicht mehr jeder alles zu jeder Zeit kopieren kann.

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