Im Prozess gegen Sharman Networks und Kazaa hat das Gericht in Sidney ein Beweismittel zugelassen, das die Vertreter des P2P-Netzwerks gern verhindern wollten. Ein Sachverständigenreport attestiert, dass Kazaa ein Marktplatz ist, dessen Attraktivität mit der Zahl der Nutzer steigt. Je mehr Kazaa-Mitglieder urheberrechtlich geschütztes Material anbieten, desto erfolgreicher sei Sharman und desto stärker sei die Anziehungskraft von Kazaa auf Werbekunden und potenzielle neue Nutzer.
Zu diesem Schluss kommt George Barker, den die klagenden Plattenfirmen als Experten herangezogen haben. Barker ist Direktor des Zentrums für Recht und Wirtschaft, geistiges Eigentum und Urheberrecht an der Australian National University. Nach Ansicht von Barker führt der „Marktplatz Kazaa“ Menschen zusammen, die über Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken verfügen, und Menschen, die unerlaubte Kopien davon anfertigen wollen.
In seinem Bericht bemerkt Barker zudem, dass Kazaa in diesem Markt die Regeln aufstellt und die Einhaltung dieser Regeln auch durchsetzt – oder zumindest in der Lage wäre, sie durchzusetzen. Darüber hinaus erklärt der Experte, wie Kazaa von der unrechtmäßigen Nutzung in Form von Werbung oder Direktmarketing finanziell profitiert.





