Die Französische Urheberrechtsgesellschaft SACEM hat die Jahresbilanz für 2005 vorgelegt. Demnach stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf 757,4 Mrd. Euro. Das meiste Geld kam dabei aus den Sektoren Fernsehen und Radio: Der Bereich audiovisueller Medien erlebte einen überproportionalen Anstieg um 6,7 Prozent und steuerte mit knapp 260 Mrd. Euro gut ein Drittel der Bilanzsumme bei.
Eine weitere Haupteinnahmequelle bildeten die Zuflüsse aus den mechanischen Vervielfältigungsrechten, die in Frankreich direkt von der SDRM erhoben werden. Der Musikbereich erlebte demnach nach den ersten von der SDRM vorgelegten Zahlen einen weiteren Einbruch, der allerdings von einer Zunahme bei den Videorechten um 26,5 Prozent nahezu kompensiert werden konnte.
Aufführungsrechte brachten der SACEM insgesamt 228,2 Mrd. Euro ein. Im Livesektor verbuchte die SACEM einen Rückgang um 2,1 Prozent, nachdem bereits im Vorjahr ein Minus von 3,4 Prozent zu verzeichnen war. Damit liegt der Sektor in etwa auf dem Niveau des Jahres 2003, in dem es außergewöhnlich viele Tourneen gab.
Die Vergütungsleistungen für Privatkopien betrugen insgesamt 52 Mrd. Euro. Einkünfte aus Klingeltönen überschritten 2005 zum ersten Mal die Schwelle von fünf Mrd. Euro. Aus dem Downloadgeschäft verbuchte die SACEM knapp 700.000 Euro Einnahmen. Damit bleibt das Onlinegeschäft weiter eine Marginalie mit der Hoffung auf Verbesserung im Zuge der Novellierung des französischen Urheberrechts. Die SACEM verweist zudem auf eine unabhängige Marktstudie, nach der sich die Zahl der registrierten Nutzer von Musikdownloaddiensten im Internet im Jahr 2005 mehr als verdoppelt habe.
Die Verteilsumme für das Jahr 2005 wuchs um 20 Mrd. Euro auf insgesamt 608,4 Mrd. Euro an. Das entspricht einem Anstieg von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verwaltungsaufwand lag bei 149,5 Mrd. Euro, um 2,6 Prozent höher als im Berichtsjahr 2004. Der Durchschnittswert der Verwaltungskosten pro Euro eingenommener Autorenrechte sank aber mit 14,97 Prozent dennoch erstmals unter die Grenze von 15 Prozent.





