Recorded & Publishing

Rough Trade will Indie-Handel mit Shoperöffnung stärken

Der unabhängige britische Fachhändler Rough Trade will in den kommenden zwei Monaten eine dritte Filiale in London eröffnen. Im East End soll Englands größter Tonträgerladen entstehen.

Der unabhängige britische Fachhändler Rough Trade will in den kommenden zwei Monaten eine dritte Filiale in London eröffnen. Im East End soll Englands größter Laden nur für Tonträger entstehen. Auf rund 465 Quadratmeter Verkaufsfläche soll es außer CDs und Vinyls nur wenig geben.

Damit will der Händler, der bereits zwei Niederlassungen in London – eine recht zentral in Covent Garden und eine im Westend beim Portobello Market – betreibt und nichts mehr mit dem gleichnamigen Label zu tun hat, dem oft prophezeiten Ende des Tonträgerfachhandels trotzen.

Laut Stephen Godfroy, einem der Leiter der Rough Trade Music Stores, soll der Shop eine Lücke im britischen Musikhandel schließen. „Wir wollen den Kunden etwas bieten, das es unserer Ansicht nach in diesem Land schon viel zu lange nicht mehr gegeben hat: Ein Umfeld, das Musik als Kunstform feiert und nicht nur als Gebrauchsgegenstand behandelt“, so Godfroy im „Independent“.

Mit dem neuen Shopkonzept, das in den kommenden Wochen vorgestellt werden soll, will Rough Trade sich aber von der traditionellen Vorstellung eines Indie-Plattenladens verabschieden. Details konnte Godfroy indes noch nicht verraten.

Rough-Trade-Läden gibt es in UK seit 1976, Gründer Geoff Travis startete wenig später auch das gleichnamige Label, das aber 1983 von den Shops abgespalten wurde und seither eigenständig arbeitete. In den späten 80er-Jahren kamen Niederlassungen in Paris, Tokio und San Francisco dazu, die jedoch im Lauf der Jahre mangels Erfolges alle schließen mussten. Im vergangenen Jahr feierte Rough Trade 30-jähriges Bestehen.