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Rock im Park ohne BR und ohne Onkelz

Der Bayerische Rundfunk hat sich als Präsentator des Festivals Rock im Park (3. bis 5. Juni) in Nürnberg zurückgezogen. Grund sind Spekulationen über eine Verpflichtung der „Böhsen Onkelz“ als Überraschungs-Headliner, die allerdings mittlerweile sowohl von Veranstalter Marek Lieberberg als auch von der umstrittenen Formation selbst dementiert worden sind.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat sich als Präsentator des Festivals Rock im Park (3. bis 5. Juni) in Nürnberg zurückgezogen. Grund sind Spekulationen über eine Verpflichtung der „Böhsen Onkelz“ als Überraschungs-Headliner, die allerdings mittlerweile sowohl von Veranstalter Marek Lieberberg als auch von der umstrittenen Formation selbst dementiert worden sind. „Da eine Verpflichtung der Böhsen Onkelz zu keinem Zeitpunkt von uns bestätigt und vor der Absage sogar ausdrücklich schriftlich verneint wurde, halten wir die angegebene Begründung für wenig stichhaltig“, erklärte Lieberberg gegenüber MusikWoche. Laut Regine Fenn, stellvertretende Sprecherin des BR, habe man beim Sender im Vorfeld des Rückzugs jedoch nichts von dieser definitiven Absage gewusst, ebensowenig vom Dementi der Böhsen Onkelz, das diese am 19. Mai auf ihrer Homepage veröffentlicht hatten.

„Der Schritt erscheint uns als Ausdruck einer zunehmenden Orientierungslosigkeit im Hinblick auf die Musikformate, die für Bayern 3 relevant sind“, übt Marek Lieberberg Kritik am ehemaligen Partnersender. Der Rückzug des BR werde „nicht die geringste Auswirkung“ auf das Festival haben. Der Frankfurter Großveranstalter sieht den Schaden vielmehr beim Sender: „Der BR hat sich selbst einer wichtigen Kommunikationsplattform beraubt.“

Beim Bayerischen Rundfunk will man sich die Tür zu „Rock im Park“ indes nicht ganz verschließen: „Unsere Absage gilt für das Festival 2005“, sagt Regine Fenn. „Ob und wie die Zusammenarbeit danach weitergeht, wird man sehen.“ Zunächst scheinen die Fronten jedoch verhärtet: „Uns wurde der Rückzug des BR durch Jim Sampson (Anm. d. Red.: zuständiger Koordinator beim BR) mitgeteilt“, berichtet Lieberberg. „Gespräche hierüber hat es weder gegeben, noch wurden diese angeboten.“ Die Suche nach einem „Überraschungs-Headliner“ für Rock im Park und das Schwesterfestival Rock am Ring war nach der Absage des Hauptacts Limp Bizkit nötig geworden. Eine Entscheidung über den den neuen Top-Act steht nach wie vor aus.

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