Der Gründer der Firma MP3.com kehrt zurück ins Musikgeschäft. Michael Robertson, neben Napster-Erfinder Shawn Fanning eine der ersten Lichtgestalten des digitalen Musikvertriebs, will mit einem neuen Downloadkonzept in der Branche für Aufmerksamkeit sorgen. Bereits nächste Woche soll der Dienst MP3tunes.com ans Netz gehen. In dem Onlineshop soll es Songs im DRM-freien MP3-Format zu kaufen geben. Diese wären mit allen gängigen Playern inklusive iPod kompatibel.
Laut Robertson wird das Angebot mit „hunderttausenden“ Titeln starten, jeder Download soll 0,88 Dollar kosten – und läge damit also zusammen mit den kopiergeschützten Windows-Files von Walmart.com am unteren Ende der Preisskala. Einzig eMusic.com bietet mit seinen DRM-freien MP3s ein vergleichbares Produkt an – allerdings ausschließlich im Abonnement. Von welchen Firmen das Repertoire für MP3tunes.com stammt, ist noch unklar. Zudem will die Firma laut Pressemitteilung eigene Software-Produkte – vermutlich einen Mediaplayer – und Hardware-Geräte anbieten. Mehr Details werden bei der offiziellen Vorstellung im Rahmen des Desktop Summit in San Diego zwischen dem 9. und 11. Februar erwartet.
Von den einen als Visionär gefeiert, von den anderen als Ketzer gebrandmarkt, verkaufte Robertson im Jahr 2001 sein unter juristischem Dauerfeuer stehendes Unternehmen MP3.com für 372 Mio. Dollar an Vivendi Universal. Später vermarktete er Software für Linux-Systeme und VoIP-Angebote.






