Der Wettbewerb im Markt mit Digitalplayern fordert ein prominentes Opfer: Ab Oktober wird es keine Geräte der Marke Rio mehr geben. Die japanische D&M Holdings stellt die Herstellung ein, weil man die nötigen Investitionen für die Unternehmenssparte scheut. Die Präsenz in diesem hart umkämpften Markt passe nicht mehr in die langfristige Planung des Konzerns, erklärte D&M Holdings, die unter anderem auch die Marken Denon und Marantz produziert. Um im Playergeschäft rentabel mitmischen zu können, müsste D&M mehr Geld für Produktentwicklung und Marketing in die Tochter Rio stecken. Doch angesichts des sich verschärfenden Konkurrenzkampfes im Schatten von Marktführer Apple seien die Ertragschancen zu gering, als dass dieses Investment lohne, hieß es aus Tokio.
Die Rio-Player gelten seit den 90er-Jahren als die Wegbereiter dieser Gerätegattung. Der Rio PMP300 veranlasste die Musikbranche 1998 zunächst zu einer Klage gegen den damaligen Hersteller Diamond Multimedia. Mitte 1999 übernahm der taiwanesische Grafikkartenhersteller S3 Markenrechte und Produktion der Rio-Player. Aus S3 wurde in der Folge Sonicblue, im Jahr 2003 kam die Pleite. Aus der Konkursmasse übernahm D&M schließlich die Rio-Sparte. Doch der durchschlagende Erfolg blieb aus. Die Festplattenplayer Rio Karma und Rio Carbon konnten sich gegen iPod und Hersteller wie Creative und Sony nie richtig durchsetzen.





