Seit der außergerichtlichen Einigung mit Vivendi im Zuge des Verkaufs von BMG Music Publishing muss Bertelsmann im seit drei Jahren währenden Napster-Prozess zwar einen Kläger weniger fürchten, doch eine neue richterliche Entscheidung könnte die Finanziers der einstigen Tauschbörse weiter in die Bredouille bringen: Marilyn Patel Hall, zuständige Richterin in San Francisco bescheinigte nun der Investmentfirma Hummer Winblad Venture Partners, die Napster im Jahr 2000 neben Bertelsmann mit Geldspritzen in Millionenhöhe unter die Arme gegriffen hatte, ein „grob fahrlässiges“ Verhalten. Hummer Winblad hatte in der Vergangenheit seine Mitarbeiter aufgefordert, alle E-Mails bezüglich Napster zu vernichten. Dies grenze an vorsätzliche Vernichtung von Beweismitteln, erklärte das Gericht. Sollte es in dieser Angelegenheit tatsächlich zu einer Verhandlung kommen, würde eine Jury gebeten werden, die vernichteten Kommunikationsbelege als belastend zu bewerten.
Bertelsmann hatte Napster bereits zwei Jahre bevor die Betreiber die P2P-Börse in ihrer ursprünglichen Form 2001 dicht machten mit einem Darlehen in Höhe von 80 Mio. Dollar unterstützt. Deshalb warfen verschiedene Rechteinhaber dem Unternehmen vor, Napster durch das Geld länger am Leben erhalten zu haben. Sie verklagten Bertelsmann und Hummer Winblad auf eine Schadensersatzsumme in Höhe von 17 Milliarden Dollar.





