Gegen die P2P-Dienste Morpheus und Grokster zog die RIAA vor Gericht noch den Kürzeren. In einem außergerichtlichen Vergleich mit dem juristisch umstrittenen spanischen Downloadangebot Puretunes erreichte der US-Branchenverband immerhin die Zahlung von 10,5 Mio. Dollar und die dauerhafte Schließung der Site. Puretunes.com geriet im Mai 2003 ins Fadenkreuz der IFPI und der RIAA, als klar wurde, dass die Website Downloads ohne Genehmigung der Labels verkauft. Stattdessen berief sich das Unternehmen auf Lizenzabkommen mit den spanischen Urheberrechtsgesellschaften und glaubte sich im Recht.
Die Verbandsmitglieder sahen das anders, ließen die Site per einstweiliger Verfügung schließen und verklagten den Dienst. Laut RIAA-President Cary Sherman gab es diese vermeintlichen Lizenzen nie. Nun muss die Firma Sakfield Holding Company S.L., die Mutter von Puretunes, zehn Mio. Dollar als Vergleichszahlung an die RIAA abführen. Zudem werden in der Einigung vier Individuen namentlich genannt, die weitere 500.000 Dollar zum Vergleich beitragen. Dies sind die Herren Daniel, Michael und Matthew Rung sowie Wayne Rosso. Rosso war einst CEO von Grokster und gilt seit langem als Intimfeind der Musikbranche. Zwischenzeitlich war er auch als CEO bei der spanischen Software-Firma Optisoft aktiv. Mit Puretunes unterhielt Grokster anfangs eine Marketingvereinbarung, die Grokster eine Vermittlungsprämie zusicherte, wenn Grokster-Nutzer bei Puretunes einkauften. Wer indes hinter der Sakfield Holding steckt, bleibt unklar. Laut Rosso existiert die Firma gar nicht mehr.






