Seit September 2005 arbeiteten die Entwickler der P2P-Software LimeWire angeblich an einem Filter, der nichtlizenzierte Inhalte vom Tausch über den führenden Client im Gnutella-Netzwerk ausschließen sollte. Wieweit diese Pläne in der Zwischenzeit gediehen sind, ist nicht bekannt, doch bei den Rechteinhabern wollte man offenbar nicht länger warten.
Die in der RIAA organisierten Plattenfirmen erhoben nun Klage gegen die Filesharing-Experten wegen Urheberrechtsverletzung und unlauteren Wettbewerbs. Betroffen sind davon die Firmen Lime Group LLC und deren Tochter LimeWire LLC sowie der Geschäftsführer Mark Gorton und der Technologiechef Greg Bildson. Die RIAA-Mitglieder werfen LimeWire vor, seit August 2000 mit ihrer Software den illegalen Tausch von Musik ermöglicht und das Produkt damit beworben zu haben, dass es für illegale Aktivitäten benutzt werden kann.
Die LimeWire-Macher würden sich obendrein an der Onlinepiraterie ihrer Nutzer bereichert, indem sie Werbung verkaufen und ihren P2P-Client gebündelt mit anderer Software zum Verkauf anbieten. Man habe sich wiederholt um eine Zusammenarbeit mit der Firma bemüht, erklärte die RIAA. Doch die Inhaber hätten nur wenig Interesse an der Entwicklung eines legalen Geschäftsmodells gezeigt. Mit anderen Anbietern habe man ergebnisorientiert verhandeln können, doch LimeWire habe auf Zeit gespielt und derweil die Rechteinhaber weiter über den Tisch gezogen, so der Tonträgerverband. „Das ist bedauerlich und lässt uns keine andere Wahl als den Rechtsweg zu beschreiten.“
Mit ihrer Klage wollen die Labels zunächst eine einstweilige Verfügung gegen LimeWire erreichen und in der Folge Schadensersatz- und Strafzahlungen einfordern. Dabei soll jeder unrechtmäßig kopierte Song mit 30.000 Dollar vergütet und jede vorsätzliche Urheberrechtsverletzung mit 150.000 Dollar geahndet werden.






