In den Vereinigten Staaten bahnt sich ein ähnlich intensiver Streit über die künftige Höhe von mechanischen Lizenzen an wie zuletzt in Europa. Der US-Tonträgerverband RIAA und die für mechanische Vergütung zuständige Verwertungsgesellschaft Harry Fox Agency (HFA) liegen mit ihren Vorstellungen für einen angemessenen Tantiemensatz noch ziemlich weit auseinander.
Ende 2007 läuft die derzeit gültige Vereinbarung zwischen Urhebern und Plattenfirmen aus, vor dem Copyright Royalty Board, einer staatlichen Schlichtungsstelle, bringen die beiden Interessengruppen gerade ihre Wünsche für die Zeit danach ein. Gegenwärtig zahlen Labels 9,1 Cents für jeden Song mit bis zu fünf Minuten Spieldauer. Für Lieder, die länger dauern, fallen pro Minute 1,75 Cents an.
Diese Art der statischen Vergütung pro verkaufter Einheit sähen die RIAA-Mitglieder gerne abgeschafft. Stattdessen wollen sie künftig lieber einen bestimmten Prozentsatz ihrer Umsätze an die Urheber abführen. Als Angebot der Labels liegen im Moment acht Prozent der Großhandelsumsätze mit Tonträgern, Downloads und Klingeltönen auf dem Tisch. Grob gerechnet hieße das: rund sechs Cents pro Download und etwa acht Cents für jeden Song auf einem Tonträger.
Die HFA hingegen will das bisherige Vergütungssystem beibehalten und den Tantiemensatz auf 12,5 Cents für Tonträger anheben. Bei Downloadverkäufen sollen 15 Cents an die Urheber fließen, die gleiche Summe soll als Minimum für Klingeltöne gelten. Die Labels sehen vor allem ein Problem in den hohen Forderungen für digitale Formate, da diese nach Ansicht der RIAA eine größere Flexibilität bei Verkaufspreisen massiv einschränke.





