Der US-Tonträgerverband RIAA hat in seinem Feldzug gegen Filesharer einen Etappensieg vor Gericht erzielt. In einem Berufungsverfahren in Chicago wurde eine inzwischen 29-jährige KaZaA-Nutzerin, die bereits Ende 2003 als eine der ersten Filesharerinnen von der RIAA verklagt wurde, des illegalen Datentauschs schuldig gesprochen. Die Mutter von fünf Kindern habe mehr als 1000 Songfiles aus illegalen Quellen heruntergeladen und auf ihrem Computer dauerhaft gespeichert. Zudem habe sie mindestens 30 Lieder in der Tauschbörse illegal zum Download bereitgestellt.
Gonzales hatte zu ihrer Verteidigung angebracht, die Songs nur zum Probehören aus dem P2P-Netz gefischt zu haben. Damit wollte sie entscheiden, welche Musik sie später auf CD kaufen würde. Eine Argumentation, die vor Gericht keine Chance hatte. Sie habe die „Probefiles“ nie wirklich gelöscht, sondern auf ihrem Rechner gehortet, so die Richter. Außerdem erinnere ihre Verteidigung an die Ausrede eines Ladendiebs, der CDs stiehlt, zu Hause anhört und später bei Gefallen bezahlt.
„Eine Kopie, die heruntergeladen, abgespielt und auf der Festplatte behalten wird, ist ein direkter Ersatz für eine gekaufte Kopie“, heißt es in der Urteilsbegründung. Statt eines relativ günstigen Vergleichs – die RIAA hatte eine Schlichtung zwischen 3000 und 4000 Dollar angeboten – muss Cecilia Gonzales nun 22.500 Dollar Strafe zahlen. Für jeden der 30 Titel, die Gonzales als Upload verfügbar gemacht hatte, wurden 750 Dollar fällig.





