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RIAA kommt gegen LimeWire nicht voran

Seit über anderthalb Jahren hat die RIAA Oberwasser gegenüber den Anbietern von P2P-Anwendungen. Doch die P2P-Nutzung bleibt auf hohem Niveau. Aktuell gilt LimeWire als Tauschprogramm Nummer eins – und die RIAA kommt nicht dagegen an.

Seit über anderthalb Jahren hat die RIAA juristisches Oberwasser gegenüber den Anbietern von P2P-Anwendungen. Doch auch nach den Urteilen gegen Filesharingfirmen wie Grokster oder StreamCast und dem Vertriebsstopp von Plattformen wie eDonkey, BearShare und KaZaA bleibt die P2P-Nutzung auf hohem Niveau. Aktuell gilt LimeWire als Tauschprogramm Nummer eins – und die RIAA kommt dagegen offenbar nicht an.

Seit September 2006 liegen eine Klage des US-Tonträgerverbands und die Gegenklage von LimeWire der Justiz vor. Passiert ist seither wenig. „Solche Angelegenheiten können dauern“, gab RIAA-Vertreter Jonathan Lamy kürzlich bei einer Fachtagung in Los Angeles zu. Derzeit gebe es einen regen Briefwechsel zwischen den Anwälten beider Seiten. Offenbar versucht die RIAA die LimeWire-Macher zu einem ähnlichen Vergleich zu drängen wie sie die Entwickler anderer P2P-Programme unterschrieben und bezahlt haben.

Doch Insider gehen davon aus, dass Mark Gorton, Geschäftsführer der Lime Group, sich seit Jahren darauf vorbereitet, dass der Fall vor Gericht verhandelt wird. Angeblich soll sich Gorton eine solide Verteidigungsstrategie zurechtgelegt haben, die es der RIAA im Falle eines Prozesses schwer machen könnte. Der Verband stützt sich in seinem Vorgehen auf das Präzedenzurteil des U.S. Supreme Court vom Juni 2005, das Grokster und StreamCast eine Schuldfähigkeit bescheinigte, weil die P2Ps ihre Programme aktiv mit der Fähigkeit zum Urheberrechtsbruch beworben hatten.

Genau diesem Vorwurf der Vorsätzlichkeit will sich die Lime Group wohl entziehen. Es soll z.B. keinerlei interne Kommunikation oder Dokumente geben, die nachweisen könnten, dass man LimeWire-Nutzer zum Verstoß gegen das Copyright anstiften wollte. Ein Zeitplan für das weitere Prozedere der RIAA im Kampf gegen die erfolgreiche Tauschplattform ist derzeit nicht bekannt.

Unterdessen hat sich LimeWire zum führenden P2P-Client entwickelt. Jüngste Untersuchungen haben ergeben, dass das Programm weltweit auf 18,3 Prozent aller Computer installiert ist. LimeWire-Nutzer sorgen für über 60 Prozent aller P2P-Downloads. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt sind durchschnittlich fünf Millionen User im LimeWire-Netz aktiv.

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