Die RIAA macht weiter Ernst im Kampf gegen Studenten mit Hang zum Filesharing. Der US-Tonträgerverband verschickte nur drei Wochen nach der letzten Runde erneut gut 400 Unterlassungs- und Vergleichsaufforderungen an Universitäten. Diesmal wurden 21 neue Bildungseinrichtungen im ganzen Land auf die illegale Tätigkeit ihrer Schüler und Mitarbeiter hingewiesen – darunter so bekannte Institute wie Vanderbilt, Purdue, Berkeley oder die Columbia University.
Die RIAA sieht in Studenten die eifrigsten Nutzer von illegalen Downloadangeboten. Daher sollen nun verstärkt juristische Exempel statuiert werden. Um der Campuspiraterie Einhalt zu gebieten, will die RIAA bis Ende Mai genauso viele Studenten abmahnen wie in den letzten drei Jahren zusammengenommen. Da die Schulen in der Regel ihre eigenen Netzwerke betreiben und deshalb als ISP gelten, erwartet die RIAA, dass binnen 20 Tagen die Realdaten der Verdächtigten übermittelt werden. Diese können sich dann mit den Klägern gütlich einigen, bevor die RIAA den Rechtsweg beschreitet und formal Klage einreicht.
Weil sich die Plattenfirmen aber offenbar darüber im Klaren sind, dass diese Strategie mit schlechter PR einhergeht, will man den Studenten das Leben etwas leichter machen: Auf der Website P2Plawsuits.com können die mutmaßlichen Filesharer ihren Ablass bequem per Kreditkarte begleichen. Diese Vergleichszahlungen lägen erheblich niedriger als die Strafen, die im Falle eines Prozesses drohen, verspricht die RIAA.
Bei diesem Vorgehen hofft der Verband darauf, dass die Netzwerkadministratoren der Universitäten zügig auf seine Forderungen eingehen und die studentischen P2P-Sünder identifizieren. Schließlich erspare ein frühzeitiger Vergleich einen Eintrag ins Vorstrafenregister. Nach der ersten Runde mit schriftlichen Ermahnungen ließen sich 116 Beschuldigte auf einen Vergleich ein, der angeblich jeweils 3000 Dollar teuer war.





