Der US-Tonträgerverband RIAA hat eine neue Salve an Klagen gegen mutmaßlich illegale Filesharer abgefeuert. Wie schon in den letzten Monaten gingen vor den Gerichten wieder 750 Vorladungen gegen unbekannt ein. Die neuen „Max Mustermänner“ müssen sich nun wegen der Nutzung von P2P-Systemen mit urheberrechtlich geschütztem Material verantworten. Nicht die Personen selbst, sondern nur deren IP-Adressen sind zunächst bei diesem Vorgehen betroffen. In der Folge müssen die RIAA-Anwälte nun die Eigentümer dieser Onlineanschlüsse bei den Internet Service Providern ermitteln.
Darüber hinaus hat die RIAA Klagen gegen 112 Personen erhoben, deren Identitäten auf diesem Verfahrensweg aufgedeckt werden konnten und die sich bislang nicht mit den Plattenfirmen auf einen Vergleich einigen wollten. Während der Verband seiner harten Linie treu bleibt, nehmen die US-Medien von dieser Strategie nur noch Notiz, wenn sich einer der verdächtigten „P2P-Sünder“ gegen die Klagen wehrt. So berichteten zuletzt zahlreiche Zeitungen und TV-Sender vom Fall der allein erziehenden Patricia Santangelo, die sich einer außergerichtlichen Einigung mit der RIAA verweigert und sich vor Gericht so lange ohne Anwalt selbst verteidigt hat, bis Aktivisten durch Spendenaufrufe online Geld für einen Verteidiger sammelten.





