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Report: Midem – Pop und Politik in Cannes

Hochrangiger Besuch aus Berlin, ein vom Wirtschaftsministerium unterstützter Empfang und Auftritte von Künstlern wie Juli und Annett Louisan zählten zu den prägenden Aktivitäten der deutschen Messeteilnehmer in Cannes.

8 5/2006 report.midem Kulturstaatsminister Neumann beobachtet Aktivitäten Pop und Politik in Cannes Cannes – Hochrangiger Besuch aus Berlin, ein vom Wirtschaftsministerium unterstützter Empfang und Auftritte von Künstlern wie Juli und Annett Louisan zählten zu den prägenden Aktivitäten der deutschen Messeteilnehmer in Cannes. Die deutschen Vertreter steuerten im Jahr 2006 ihren Teil zu den Feierlichkeiten zum 40. Jubiläum der Musikmesse Midem bei: „Nach 40 Jahren haben wir nun das erste Mitglied der Regierung und die erste deutsche Präsentation im Rahmen der Midem gesehen“, fasste Unionspolitiker Steffen Kampeter zufrieden zusammen. Dies sei sicher auch als Angebot der Politik an die Musikwirtschaft zu verstehen: „Annett Louisan und Juli zeigen, dass auch die deutschen Künstler diese Plattform annehmen“, ergänzte Kampeter als haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Als Initiator des Dialogforums Musikwirtschaft hatte der Mindener seit 2001 den diesjährigen Schulterschluss zwischen Pop und Politik von langer Hand vorbereitet. Und der Auftritt von Kulturstaatsminister Bernd Neumann gab ihm Recht: Neumann fühlte sich sichtlich wohl und nahm sich der Probleme der Branche an. „Die Musik ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil meines Verantwortungsbereichs“, betonte Neumann bei der Eröffnung des deutschen Gemeinschaftsstands, an dem sich rund 100 Unternehmen beteiligten. Sie schlage Brücken zwischen den Menschen, und dies lasse ihn auch für die Musikwirtschaft zuversichtlich sein, ergänzte der Minister. Noch nie habe er in so kurzer Zeit so viel über einen Wirtschaftszweig gelernt, räumte er schließlich ein. Wie es um den Wirtschaftszweig bestellt ist, stand ebenfalls auf der Tagesordnung: Während Jürgen Becker als Vorstandssprecher der GEMA das Einnahmeplus der Gesellschaft von fünf Prozent auf 850 Millionen Euro in den Fokus rückte, betonte der Phonoverbandsvorsitzende Michael Haentjes die bestehenden Probleme der Tonträgerbranche. „Der Markt ist im letzten Jahr trotz der Entwicklung der digitalen Umsätze noch einmal zurückgegangen, obwohl immer mehr Musik konsumiert wird.“ Dagmar Sikorski, Präsidentin des Deutschen Musikverleger- Verbands ergänzte, dass die Einnahmen der GEMA trotz der Zuwächse nicht mit der wachsenden Musiknutzung Schritt hielten. Zuversichtlich zeigten sich dagegen Vertreter des Indie-Verbands VUT, die ihre Bedeutung für das Musikgeschäft offensiver unterstreichen wollen. Knut Schlinger Am Gemeinschaftsstand: Kulturstaatsminister Bernd Neumann (l.), DMV-Präsidentin Dagmar Sikorski und GEMA-Vorstandssprecher Jürgen Becker European Border Breaker Awards feiern Durchbruch Cannes (dis) – Die dritte Verleihung der European Border Breaker Awards (EBBA) im Rahmen der Midem, die erstmals Live-Darbietungen der ausgezeichneten Künstler bot, wurde am Sonntag, dem 22. Januar, ein voller Erfolg. So platzte das Auditorium A, in der die einstündige Feier über die Bühne ging, ob des großen Zuschauerinteresses aus allen Nähten. Die beiden MTV-Moderatoren Patrice aus Deutschland und China aus Frankreich werteten die Preisverleihung für Künstler mit hohen Verkaufszahlen ihrer Debütalben auch außerhalb ihres Heimatterritoriums zusätzlich auf. Als Laudatoren hatte das veranstaltende European Music Office (EMO) unter der Leitung von Jean-François Michel zahlreiche Kulturminister der Siegernationen gewinnen können. Aus Deutschland war Kulturstaatsminister Bernd Neumann angereist, um der Band Juli ihren Preis zu überreichen. Über den Award für die Formation freute sich auch der ebenfalls anwesende Frank Briegmann, President & CEO von Universal Music Deutschland. „Juli ist ein außergewöhnliches Debütalbum von wirklich hoher Qualität gelungen. Dass ihre Musik nicht nur von so vielen Menschen in Deutschland, sondern auch im übrigen Europa gehört wird, ist eine besonders schöne Auszeichnung, auf die wir gemeinsam mit der Band sehr stolz sind“, sagte er. Juli verkauften bislang mehr als 600.000 Exemplare ihres Debüts in Deutschland und fast 100.000 im Ausland. „Musik und Kultur bestimmen Europa viel mehr als Geografie und Wirtschaft“, erklärte Jan Figel, Leiter der Europäischen Kommission für Kultur, bei der Verleihung. Ausgezeichnet (v.l.n.r.): Band Juli mit Bassist Dedi Herde, den Gitarristen Jonas Pfetzing und Simon Triebel, Sängerin Eva Briegel, Universal-Chef Frank Briegmann, Juli-Schlagzeuger Marcel Römer und Managerin Miriam Pfetzing (Miraphon) 5/2006 9 midem.people Spielten auf Einladung von 24/7 Musicshop einen akustischen Club-Gig: die Charts-Stürmer Mattafix Die Popkomm-Macher rieten „Pimp Your Bagde“: Katja Bittner und Ralf Kleinhenz Indie-Vertreter: VUT-Justiziar Stephan Benn (l.) und Four-Macher Fitz Braum Zogen Zwischenbilanz: Unionspolitiker Steffen Kampeter (r.) und Verbändechef Michael Haentjes Informelles Treffen: Christoph Becker (l.) (Bassomatic) und Alfred Beck (Alive) Bauten Brücken zwischenVerlagen und Mobilfunkern: Vodafone-Musikchefin Tina Rodriguez, Manuel Tessloff (l.) und Christian Reinecke (beide EMI Publishing) Frisch dekoriert: Midem-Messedirektorin Dominique Leguern mit dem französischen Orden für kulturelle Verdienste, Jürgen Becker (l.) und Paul Zilk (Midem) Ausgezeichnet mit dem Personality- Award der Midem 2006 (v.l.n.r.): die Live-8-Macher John Kennedy (IFPI Chairman & CEO), Sir Bob Geldof und Harvey Goldsmith (Entertainment Ltd.) Foreign Media steuert auf Jubiläumsjahr zu (v.l.): Firmengründer Arjen Terpstra, Deutschland-Geschäftsführerin Rike Everding und Klassikchef Pieter van Winkel Irgendwie sind sie alle Marktführer: das Musicload- Team mit Joachim Franz (l.), Susanne Peter und Chris Bornefeld- Ettmann sowie AOLEntertainmentchef Boris Rogosch (2. v.r.)

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