Die SPD versucht, sich auf ihrem Weg zur Bundestagswahl auch als Partei der Musik- und Kulturwelt zu profilieren. Führende deutsche Kreative bekennen sich bereits zu den Sozialdemokraten, und auch Teile der Musikbranche machen sich für eine Fortsetzung der Kanzlerschaft Gerhard Schröders stark.
Doch das Medienecho auf Tim Renners Auftritt beim SPD-Wahlparteitag in Berlin war eher ernüchternd. Der Motor-Macher und ehemalige Chef von Universal sorgte laut „Spiegel“ für den „Tiefpunkt“ der Veranstaltung, als er als Sprecher der „Initiative Wirtschaft für Gerhard Schröder“ auftrat und sich zusammen mit 29 anderen Unterzeichnern aus der deutschen Wirtschaft als Schröder-Fan outete.
Dabei bezog Renner klar und deutlich Stellung: Die Antikriegspolitik der Bundesregierung sei ein Wettbewerbsvorteil für Deutschland. Mit Angela Merkel stünde Deutschland jetzt im Krieg, so Renner. Zudem äußerte er sich auch zu Fragen der Beschäftigungspolitik. Nur im Zusammenspiel von Arbeitgebern und Gewerkschaften könnten Arbeitsplätze geschaffen werden. Deshalb müssten auch die Mitbestimmung und der Kündigungsschutz erhalten bleiben.
Als Beleg führte Renner ein Beispiel aus der Branche an: Universal als internationaler Multi verfüge über einen aktiven Betriebsrat. Dies habe beim Umzug der Firma von Hamburg nach Berlin dazu geführt, dass 60 Prozent der Belegschaft mit an die Spree gezogen seien. Universal gehe es heute gut. Ein konkurrierendes Label sei ebenfalls nach Berlin gezogen, indes ohne Mitwirkung des Betriebsrats. „Die existieren nicht mehr.“
Die Wirtschaftsinitiative scheint jedoch eher ein Votum für den Kanzler Schröder als eine für die SPD zu sein. „Dabei zählt für uns nicht die Parteipräferenz“, so die Unterzeichner, zu denen u.a. auch SPV-Chef Manfred Schütz und Dolce Media-Geschäftsführer Christoph Gottschalk gehören. „Entscheidend sind die politischen Leistungen des Bundeskanzlers in den vergangenen Jahren und die Notwendigkeit, die Politik der Reformen nachdrücklich fortzusetzen.“
Neben dieser Initiative kann die SPD noch weitere Fürsprecher aus dem kreativen Bereich vorweisen. Im Rahmen der Wahlkampagne äußerten sich z.B. Entertainer Götz Alsmann, Scorpion Klaus Meine, Prinz Sebastian Krumbiegel, Schauspieler Ottfried Fischer, Kameramann Michael Ballhaus und Star-DJ Paul van Dyk wohlwollend zu den Sozialdemokraten.






