Recorded & Publishing

Renner liest Hamburger Musikwirtschaft vor

Die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft lud Tim Renner am 8. Dezember zu einer Lesung mit anschließender Diskussion. Dabei gab Renner Einblicke in seine Planungen, in denen auch CDs für 9,99 Euro eine Rolle spielen.

Die Zukunftsaussichten der Musikbranche und ein viel diskutiertes Buch standen im Mittelpunkt des Jour Fixe, zu dem die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e.V. (IHM) am Abend des 8. Dezembers ihre Mitglieder einlud. Der Verein, dem u. a. Peter Ende (EMI Music Publishing Germany), Timo Steinberg (edel music AG) und Konzertveranstalter Karsten Jahnke vorstehen, gründete sich im März 2004. Er sieht seine Aufgabe insbesondere in der Stärkung des Musikstandortes Hamburg. „Unser Ziel ist es, die Kommunikation dieser Branche nach außen und innen zu verbessern,“ so IHM-Mitinitiator Uriz von Oertzen von der Eventagentur Hi-Life. „Dazu gehört der Austausch der Hamburger Musikwirtschaft untereinander.“

Zu diesem Zweck lud der Verein zum Jahresausklang in das Szenerestaurant Zirkus Erich auf St. Pauli. Prominenter Gast war Motor-Macher Tim Renner. In Wurfweite der Reeperbahn las er aus seiner branchenkritischen Autobiografie „Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm“. Anschließend wurde bei Buletten und Bier über die Zukunft der Musik- und Medienbranche spekuliert. Renner, der als nächste Veröffentlichung ein Buch über „linken Patriotismus“ plant, gab sich zuversichtlich, was die Aussichten der Branche betrifft: „Ich glaube, dass sich die Musikwirtschaft insgesamt erholen wird“, so der 40-Jährige. Es gäbe jedoch keine Alternative zu digitalen Musikportalen, der physische Tonträger habe langfristig ausgedient. Kurzfristig jedoch plant Renner das Label Motor wieder aufzubauen und setzt dabei auch weiterhin auf CDs: „Ich bin fest davon überzeugt, dass gerade die richtigen Fans Tonträger weiterhin als Erlebnis verstehen.“ Allerdings in bedeutend besserer Ausstattung und zu einem niedrigeren Preis. Renner: „Als Käufer richtet man sich nach dem gefühlten Preis. Die Schmerzschwelle liegt da bei 9,90 Euro.“