Motor-Macher Tim Renner will nicht Geschäftsführer der Loveparade werden, wie von vielen Medien und der Berliner Club Commission seit Wochen erwartet wird. „Täte ich das, hätte ich erhebliche familiäre Dissonanzen zu befürchten“, sagte Renner der „Welt am Sonntag“.
Stattdessen will er lieber dafür sorgen, dass Motor Music und der über die Plattform für regionale Musikwirtschaft betriebene Sender Motor FM noch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Man halte die Kosten so niedrig wie möglich, und er wolle das Unternehmen so wenig wie möglich unter Druck setzen: „Ich genehmige mir kein Gehalt.“ Renner sieht sich im Nachhinein für seine langjährige Strategie bei Universal Music bestätigt. Die Erfolge deutscher Acts in den letzten Monaten seien schließlich das Ergebnis einer konsequenten Aufbauarbeit, die er als einstiger Chef von Universal mit Bands wie Sportfreunde Stiller, Juli oder Virginia Jetzt! mitgeprägt habe.
Als moralischer Sieger will er sich jedoch nicht sehen: „Ich freue mir natürlich ein Loch in den Bauch. Jetzt passiert genau das, was ich wie ein Mantra vor mir hergebetet habe: Der lokale Markt wächst, während der internationale weiter rasant fällt.“
Wenig Verständnis zeigt Renner indes für Kritiker an seiner Person, die sich nicht zu ihren Aussagen bekennen wollen. Der „Spiegel“ zitierte vor wenigen Wochen einen anonymen Kollegen aus der Branche, der Renner vorwarf, „selbst nichts auf die Reihe bekommen“ zu haben. Der Motorchef hält das für unsauberen Journalismus: „Das war eine merkwürdige Meldung. Ich war ja auch mal Journalist und habe gelernt, einen Artikel nicht mit einer ungenannten Quelle zu beenden.“






