Recorded & Publishing

Renner fordert mehr Kundenorientierung

Die Musikbranche hat es verpasst, in guten Zeiten in die Zukunft zu investieren, kritisiert Motor-Macher Tim Renner. Nun müsse man wieder mehr an die Kunden denken, und nicht nur an die Diebe.

Die Musikbranche hat es verpasst, in guten Zeiten in die Zukunft zu investieren, kritisiert Motor-Macher Tim Renner in einem Interview mit dem erst Anfang Oktober erhältlichen „u_magazine“. Auch die Orientierung der teils börsennotierten Unternehmen am schnellen Erfolg sei falsch, moniert er: „Shareholder Value guckt nicht weit in die Zukunft, sondern aufs nächste Quartal.“ Einen Ausweg sieht Renner in der Hinwendung zum Kunden: „Wenn ich verkaufen will, muss ich an den Konsumenten denken, nicht an den Dieb.“ Momentan werde Technologie dafür eingesetzt, „Missbrauch zu verhindern und nicht dafür, den Gebrauch zu fördern“. Das könne nicht funktionieren, analysiert er. „Wir haben hier die Situation eines verwundeten Tiers: Das beißt irgendwann um sich. Man sucht das Heil im Angriff auf die potenziellen Feinde. Dass man dabei die potenziellen Freunde verprellt, wird nicht erkannt.“ Das Musikgeschäft werde zudem künftig weniger auf die physische CD angewiesen sein: „Musik war nur 100 Jahre physisch. Es ist komplett eine Generationsfrage. Die Kids wachsen heute schon anders heran, die sind nicht haptisch orientiert.“