Recorded & Publishing

Renner: Branchenkrise selbst verschuldet

Die führenden Firmen der Musikbranche haben zu spät auf die Krisenzeichen reagiert, weil es ihnen lange zu gut ging. Mit dieser Einschätzung eröffnete der frühere Universal-Geschäftsführer Tim Renner die erste Diskussionsrunde beim Schweizer m4music-Branchentreff.

Die führenden Firmen der Musikbranche haben zu spät auf die Krisenzeichen reagiert, weil es ihnen lange zu gut ging. Mit dieser Einschätzung eröffnete der frühere Universal-President Tim Renner die erste Diskussionsrunde beim Schweizer m4music-Branchentreff mit Viva-Chef Dieter Gorny und Musikmanager Peter Zumsteg. Als Moderator fungierte Gerd Leonhard. „Die Digitalisierung und Demokratisierung der Musik nimmt den Majors ihre beiden zentralen Standbeine: Ihre Funktion als Bank und die Beherrschung der Distributionskanäle“, meinte Renner. Sony-President Balthasar Schramm stimmte zu, dass die tradierten Geschäftsmodelle inzwischen auf den Kopf gestellt seien. Um künftig noch unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen sei es notwendig, die Preis- und Angebotsstrukturen zu differenzieren. Auch Downloads seien nichts anderes als „eine zielgruppenspezifische Differenzierung“. Während Musikkonzerne laut Renner gerade bei der Vermarktung etablierter Stars auch künftig ihr Potenzial einsetzen könnten, mahnte Schramm an, dass es für Unternehmen, die gerade die Hälfte ihrer Mannschaft „herausgefegt“ hätten, schwierig sei, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und sich den neuen Anforderungen des Geschäfts anzupassen. Dennoch ist das Musikgeschäft laut Renner nicht am Ende: „So lange Menschen singen, wird es andere geben, die mit Musik Geld verdienen“, meinte er. Allerdings sei dahingestellt, ob das immer noch dieselben seien wie heute.

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