Recorded & Publishing

Renner betreibt Kollegenschelte

Der scheidende Chef von Universal Music Deutschland hat die Internetstrategie der Musikindustrie scharf krtitisiert. Im Rahmen eines Pressekolloquiums der Deutschen Telekom warf Tim Renner der Branche Versäumnisse vor.

Der scheidende Chef von Universal Music Deutschland hat die Internetstrategie der Musikindustrie scharf krtitisiert. Im Rahmen eines Pressekolloquiums der Deutschen Telekom sagte Tim Renner: „Das Internet ist ein Gottesgeschenk, da jeder Mensch dort Musik nach seinem Geschmack finden kann.“ Diese Potenzial habe die Musikbranche nicht ausreichend erkannt. Plattenfirmen hätten „das Problem einer Industrie, der es zu gut gegangen ist“. Im Online-Bereich müsse die Branche noch lernen, „dass sie eine Rechte-Industrie ist“, so Renner. Er verwieß in diesem Zusammenhang auf das Beispiel der Filmwirtschaft. Seine Kollegen würden die Rechte über einzelne Musikstücke aber „unsinnigerweise in lauter kleine Häppchen“ aufteilen. Da das Internet im Guten wie im Schlechten international sei, wäre es laut Renner an den Zentralen der Konzerne, die Online-Vermarktung voranzutreiben. Zudem wiederholte Renner bei der Veranstaltung seine Vermutung, dass sich Majorkonzerne künftig „aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf anglo-amerikanische Produktionen konzentrieren“ werden. In der Begründung für sein Ausscheiden bei Universal nannte Renner vor zwei Wochen eben diesen Umstand als ausschlaggebend für seine Entscheidung. Diese Repertoire-Politik der Majors werde zwar nicht zum Aussterben nationalen Produkts führen, so Renner, aber „unglaublich große Chancen“ für kleinere, lokale Anbieter eröffnen.

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