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RED-Chef Antonelli räumt überraschend seinen Posten

Ken Antonelli, President des größten Indie-Vertriebs der USA, hat aus bislang ungeklärten Gründen seinen Job bei RED Distribution aufgegeben. Dem Vernehmen nach gab es Unstimmigkeiten zwischen dem Vertriebsveteran und seinen neuen Vorgesetzten im fusionierten Vertriebsarm von Sony BMG.

Ken Antonelli, President des größten Independentvertriebs der USA, hat aus bislang ungeklärten Gründen seinen Job bei RED Distribution aufgegeben. Dem Vernehmen nach gab es Unstimmigkeiten zwischen dem Branchenveteran und seinen neuen Vorgesetzten im fusionierten Vertriebsarm von Sony BMG. RED wanderte 1996 zunächst in den Besitz von Sony Music, Anfang 2000 übernahm dann die edel music AG 80 Prozent des Unternehmens.

Unter der Leitung der Hanseaten stieg Antonelli zum President & CEO bei RED auf. Als edel sich knapp zwei Jahre später aus dem US-Geschäft zurückzog, fiel RED wieder an Sony Music zurück. Seit der Fusion von Sony Music mit BMG im Herbst 2004 berichtete Antonelli an die beiden Co-Presidents des Sony-BMG-Vertriebs, Jordan Katz und Bill Frohlich. In den letzten Monaten kam es dabei angeblich zu atmosphärischen Störungen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Ausrichtung von RED. Der Indie-Arm sorgt für den Vertrieb von namhaften Labels wie Victory, Eagle Rock, Or Music, Metal Blade, Savoy Jazz oder Trauma und behauptet sich seit Jahresanfang als Marktführer im unabhängigen Segment.

Unklar ist derzeit, welche widerstreitenden Pläne es für die Zukunft von RED gibt. Manche Stimmen sprechen von einem Sparkurs, den Katz und Frohlich durchsetzen wollen, andere erwarten eher eine personelle Verstärkung in bestimmten Abteilungen. Einen Nachfolger für Antonelli gibt es noch nicht, es hieß jedoch, er werde noch so lange den Übergang begleiten, bis ein neuer President gefunden ist. Sony BMG profitierte in der jüngsten Vergangenheit von der Aufbauarbeit bei RED: Bands wie Los Lonely Boys (Or Music) oder Switchfoot (RED Ink) eroberten sich zuerst über RED einen Kundenstamm, bevor der Majorvertrieb die Newcomer-Themen übernahm.

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