Rob Glaser, CEO von RealNetworks, hat sich dafür ausgesprochen, die Praxis des digitalen Rechtemanagements für Musik im Internet zu überdenken. Zu überlegen sei, ob man künftig weiterhin auf kopiergeschützte Formate setzen wolle. Auf dem Forum MidemNet in Cannes diskutierten Branchenvertreter über die Zukunft von DRM-Maßnahmen.
„Dieser Strukturwandel muss kommen, um die Industrie wieder auf einen Wachstumspfad zurückzuführen“, erklärte Glaser in Cannes der „Financial Times“. Als größtes Problem nannte der RealNetworks-Chef die fehlende Interoperabilität der verschiedenen digitalen Angebote. Glaser regte an, künftig besonders bei Einzeldownloads auf einen Kopierschutz zu verzichten und die Tracks stattdessen mit einem digitalen Wasserzeichen zu versehen. Damit ließen sich einerseits die Songs nutzerfreundlich auf allen Playern abspielen. Außerdem könnten Piraten auch weiterhin verfolgt und gegebenenfalls bestraft werden.
„Wir glauben nicht, dass die Strategie der Major-Labels, den Händlern DRM vorzuschreiben, erfolgreich sein wird“, zitiert „heise“ David Pakman, CEO & President des Downloadhändlers eMusic. Gary Shapiro, CEO des Branchenverbands Consumer Electronics Association, fand noch deutlichere Worte – er sprach von einer Revolte der Musikkonsumenten gegen DRM.
„Die Frage, ob ein erfolgreiches Geschäft ohne DRM möglich ist, muss allerdings schon sehr genau und vorsichtig durchdacht werden“, formulierte Geoff Taylor, General Counsel bei der Londoner IFPI-Zentrale und designierter CEO des britischen Tonträgerverbandes BPI. Einige Geschäftsmodelle wie der Verleih wären ohne DRM aber nicht zu realisieren. Mit der zunehmenden Nutzfreundlichkeit der Schutzmaßnahmen würden sich diese auch durchsetzen.
Martin Mills, Chairman der Beggars Group und des Indie-Verbands Impala, erwartet für die Zukunft eine Vielfalt nebeneinander existierender Angebotsformen. Mills sieht dabei Anbieter im Vorteil, die ihre Inhalte offen oder gänzlich ohne DRM-Schutz verbreiten.






