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Raubkopierer in Hong Kong zu über sechs Jahren Haft verurteilt

Ein Ehepaar aus Hong Kong ist wegen Verschwörung und massiver Verletzungen des Urheberschutzgesetzes zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Ehepaar aus Hong Kong ist wegen Verschwörung und massiver Verletzungen des Urheberschutzgesetzes zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Tsoi Chung-wang und seine Frau Ng Yee-nei hatten CDs im Wert von 300 Mio. Hong Kong Dollar, umgerechnet rund 31 Mio. Euro, raubkopiert. Dem Urteil ging eine sechsjährige internationale Untersuchung des Falls durch Strafverfolgungsbehörden in Hong Kong, China und Kanada sowie Antipiraterie-Teams der internationalen Plattenindustrie voraus. Die Verurteilten wurden nun in erster Instanz von einem Hong Konger Gericht verurteilt. Tsoi und Ng sollen unter dem Deckmantel der gemeinsamen Firma Golden Science Technology zwischen Juni 1997 und April 1998 mit Beteiligung weiterer Personen in großem Stil Musik- und Filmaufnahmen, Spiele und Software kopiert, vervielfältigt und verbreitet haben. Die CDs sollen für die Volksrepublik China bestimmt gewesen sein. Die Untersuchung des Falls begann 1998 nach der Sicherstellung von 19 Mio. CDs, der größten bisher gefundenen Menge illegaler CDs. Das Ehepaar entzog sich einer Anklage zunächst durch Flucht. Nach zweieinhalb Jahren wurde Tsoi mit Hilfe von Interpol in China festgenommen, seine Frau ging der Royal Canadian Mounted Police in Vancouver ins Netz. Iain Grant, Chef der IFPI-Vollstreckungsbehörde kommentierte den Fall: „Die Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung in diesem Fall zeigen, dass Urheberrechtsverletzungen nicht länger als kriminelles Vergehen mit geringem Risiko angesehen werden sollten.“