Am Rande der Ermittlungen im amerikanischen Payola-Fall sind neue Vorwürfe gegen Universal aufgetaucht. Während die Ermittler um New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer noch überprüfen, inwieweit die US-Plattenfirmen mithilfe von Mittelsmännern Einfluss auf die Platzierung von Songs im Radio nehmen, verklagen nun zwei unabhängige Radiopromoter die Universal Music Group auf rund 100 Mio. Dollar (rund 77 Mio. Euro).
In der Klageschrift heißt es, das Musikunternehmen habe sie dazu gezwungen, falsche Abrechnungen vorzulegen, um Promotion-Budgets von prominenten Künstlern wie Nelly zu manipulieren. Die beiden unabhängigen Promotionagenturen National Music Marketing und Majestic Promotions seien demnach aufgefordert worden, Kosten für Künstler zu berechnen, für die sie nicht eingesetzt worden seien und die sie nicht vertreten hätten. „Was sie [Universal] dabei gemacht haben, ist, ihre Künstler zu betrügen – einige ihrer wichtigsten Künstler“, erklärte Anwalt David J. Cohen, der die Kläger vertritt. Er sei sich sicher, das Nelly nicht erfreut darüber sein werde, wenn er erfährt, dass Geld aus seinem Promotion-Budget dafür verwendet wurde, andere Künstler zu unterstützen, betonte Cohen. Schließlich gehe es um Geld, dass Nelly durch Tantiemen zurückzahlen musste.
Laut der Klageschrift feuerte Universal die Radiopromoter, nachdem sie sich geweigert hatten, die falschen Abrechnungen auszustellen. Zudem habe der Major die Radiostationen angewiesen, nicht weiter mit den beiden Firmen zusammenzuarbeiten. Die Klage wirft Universal u.a. Betrug und Vertragsbruch vor. Zudem sei Universal dafür verantwortlich, dass National Music Marketing im vergangenen Jahr aus dem Radiopromotiongeschäft aussteigen musste. Auch Majestic kämpfe mit Problemen, seit Universal das Unternehmen bei den Radiostationen „diffamiert habe“. Bei Universal hat man sich bisher noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.





