Wie schlecht es akut um das US-Tonträgergeschäft bestellt ist, verdeutlichen die Quartalszahlen des Charts-Ermittlers Nielsen SoundScan. Allein der Absatz von Alben ist mit 16,6 Prozent im Minus, die gesamten Verkäufe liegen sogar um 20,5 Prozent unter den Vorjahreswerten. Vom 1. Januar bis zum 2. April verkaufte der Handel 117,1 Millionen Alben. Der Topseller in diesem Zeitraum war „Not Too Late“ von Norah Jones mit knapp 1,2 Millionen Exemplaren – die einzige 2007er-Veröffentlichung, die die Millionengrenze überschreiten konnte.
Im Downloadbereich konnte sich vor allem „Daughtry“ behaupten. Das Debütalbum von Chris Daughtry verkaufte sich 98.000 Mal in digitaler Form. Zählt man die zusätzlich verkauften 281,7 Millionen Einzeldownloads mit in die Statistik – SoundScan teilt durch zehn und addiert zu den Albumwerten – dann beträgt das Absatzminus bei den Alben nur 10,3 Prozent.
Aber das ist natürlich ein bilanzschönender Selbstbetrug: Bei den Großhandelspreisen pro Download bringen diese theoretischen „SoundScan-Alben“ nur rund sieben Dollar Umsatz für die Labels, während die Vertriebe für CDs meist über zehn Dollar vom Handel verlangen.
An der Rangordnung der Tonträgerfirmen hat sich indes trotz der verschärften Absatzkrise wenig geändert. Marktführer ist weiterhin die Universal Music Group mit einem Gesamtmarktanteil von 30,6 Prozent und 32 Prozent bei Neuveröffentlichungen. Rang zwei belegt Sony BMG mit 25,7 bzw. 26,3 Prozent. Die Warner Music Group kommt auf Anteile von 19 und 17,7 Prozent, EMI Music auf 11,6 bzw. 12,0 Prozent. Die unabhängigen Plattenfirmen sicherten sich im ersten Quartal kumuliert 13,1 und 12,1 Prozent des Marktes.






