Die werbefinanzierte P2P-Plattform Qtrax will im Oktober startklar sein. Nach diversen Verzögerungen soll der Dienst bis dahin über die Rechte für das Repertoire aller Majors und der größten Musikverlage verfügen.
Durch die Verträge mit den Publishern soll gewährleistet sein, dass neben den Downloads, die einer offiziellen Veröffentlichung entsprechen, auch jene Titel legal angeboten werden können, die z.B. durch nicht autorisierte Live-Mitschnitte entstanden sind oder die bisher nicht über einen regulären Onlinevertrieb in den Digitalhandel gelangt sind, aber dennoch auf den Rechnern der im P2P-Verbund aktiven Nutzern lagern. Qtrax-CEO Allan Klepfisz spricht von einem Titelumfang zwischen 20 und 30 Mio. Songs. Zum Vergleich: Beim Downloadmarktführer iTunes können Kunden aus einem Bestand von rund fünf Mio. Titeln auswählen.
Zuletzt hatte Klepfisz einen Starttermin im September angekündigt und den bevorstehenden Abschluss von Lizenzdeals mit Universal Music und der Independentagentur Merlin in Aussicht gestellt. Laut einem Bericht der „New York Post“ ist Universal nun an Bord, wie weit die Verhandlungen mit Merlin gediehen sind, ist nicht bekannt.
Qtrax stützt sich auf das P2P-Netzwerk Gnutella und arbeitet mit zwei Angebotsmodellen: In der ersten, kostenlosen Stufe filtert das System Suchanfragen seiner Nutzer nach bereits lizenziertem Repertoire und stellt den Anwendern gefundene Titel in einem proprietären Dateiformat zur Verfügung. Qtrax-Anwender können diese Titel allerdings nur fünf Mal und mit vorgeschalteter Werbeeinblendung anhören. Als zweite Stufe rundet dann ein kostenpflichtiges Abomodell das Qtrax-Angebot ab. Die Werbung wird dabei nach dem Google-Modell suchabhängig platziert. Werbepartner können sich zwar auf bestimmte Genres, aber nicht auf bestimmte Künstler festlegen.
„Die Konsumenten sind eindeutig nicht bereit, für Musik zu bezahlen“, so Klepfisz. „Doch die werbetreibende Industrie wird weiterhin dafür Geld ausgeben.“ Im ersten Jahr rechnet Qtrax mit Umsätzen zwischen 20 und 175 Mio. Dollar. Wie genau Werbe- und Downloadeinnahmen mit den Rechteinhabern verrechnet werden, verriet Klepfisz nicht. Dafür kündigte er an, dass Qtrax mit einer Firma namens Flooring Zone fusionieren wird, um eine Börsennotierung ohne IPO zu erreichen. Nach dieser Transaktion sollen 80 Prozent des Unternehmens in den Händen der Mutterfirma Brilliant Technologies/LTDnetwork verbleiben und 20 Prozent in Streubesitz übergehen.





