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Produktpiraterie wächst – aber nicht bei Medien

Der deutsche Zoll hat im Jahr 2006 so viele Beschlagnahmungen vorgenommen, wie schon lange nicht mehr. Doch die sichergestellte Menge an gefälschten Medienprodukten war rückläufig.

Der deutsche Zoll hat im Jahr 2006 so viele Beschlagnahmungen vorgenommen, wie schon lange nicht mehr. Doch die sichergestellte Menge an gefälschten Medienprodukten war rückläufig.

Insgesamt stellten die Zöllner Produktfälschungen im Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro sicher – gut fünf Mal so viel wie im Jahr davor. Ein Drittel der kopierten Güter kam dabei aus China, weitere 20 Prozent stammten aus anderen südostasiatischen Ländern wie Thailand oder Malaysia. Die Gesamtzahl der entdeckten Produktfälschungen stieg um knapp 2000 auf nunmehr 9164.

Der Produktbereich Computer-Soft- und -Hardware, Bild-, Ton-, Datenträger verzeichnete dabei indes einen Rückgang. Der Gesamtwarenwert dieser Kategorie sank auf 12,5 Millionen Euro. Im Jahr 2005 waren es noch 29,1 Millionen Euro, 2004 sogar 37,6 Millionen Euro.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bezeichnete Produktpiraterie jedoch als „wirtschaftlich schädlich und abstoßend“. Durch Plagiate seien allein in Deutschland schätzungsweise 70.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Deutschen Unternehmen entstünden durch die illegale Einfuhr der Fälscherware Umsatzeinbußen von rund 25 Milliarden Euro jährlich.

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