Während die Musikbranche in Deutschland auf strengere Regelungen bei der Privatkopie drängt, hat sich nun eine Organisation in Großbritannien zur erstmaligen Festschreibung eines solchen Konsumentenrechts im Urhebergesetz ausgesprochen: Das Institute for Public Policy Research (IPPR) hat in seiner Empfehlung für den sogenannten Gowers-Report der britischen Regierung eine Reform des derzeit geltenden Urheberrechts in UK gefordert.
Unter der Leitung des ehemaligen „Financial Times“-Chefredakteurs Andrew Gowers arbeitet eine unabhängige Kommission derzeit heraus, an welchen Stellen die bestehende Rechtslage modernisiert werden könnte, um sie den Anforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen. Ein Bericht wird gegen Ende des Jahres erwartet.
IPPR-Chef Ian Kearns ließ die Kommission nun wissen, dass „das britische Copyright-Gesetz völlig veraltet“ sei und sowohl dem Verhalten der Konsumenten als auch dem technologischen Fortschritt hinterherhinke. Mit einer Reform müssten die Realitäten des digitalen Alltags im Recht verankert werden. „Millionen von Briten kopieren ihre CDs auf den heimischen Computern und auf ihre iPods und verstoßen damit täglich gegen unsere Gesetze“, so Kearns.
Darüber hinaus macht sich das IPPR auch stark für eine Beibehaltung der geltenden Interpretenschutzfristen in Großbritannien. Während sich die Tonträgerbranche nahezu geschlossen für eine Ausweitung der momentan gültigen 50-Jahres-Regelung ausspricht, sagte Kearns: „Es liegt nicht im Ermessen der Musikbranche, über die Nutzungsrechte der Öffentlichkeit zu entscheiden. Das ist immer noch Aufgabe der Regierung.“ Das IPPR wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Urheber vom Auslaufen des Interpretenschutzes keinen Schaden nehmen. Vielmehr treffe es die Plattenfirmen, wenn sie die Rechte an ihren Aufnahmen nach 50 Jahren verlieren. Die Autoren und Komponisten seien indes auch 70 Jahre nach ihrem Tod noch tantiemenberechtigt.





