Die CD-Verkäufe kommen nicht aus dem Keller, und der Digitalvertrieb steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch blüht der deutschen Musikwirtschaft ein wahrer Kongress- und Messe-Sommer: Popkomm, forward2business, mem04 und surplus bei c/o pop, Zukunftsmusik, Camp Music Pro, usw. Es gibt Menschen, die behaupten, die Branche verkäme zum Debattierclub. Und nun auch noch Premium Music? Die Macher des neuen Messekonzepts sehen das naturgemäß völlig anders: „Die Zeiten ändern sich, und unser Fokus liegt klar auf Anbahnung und Abschluss von Geschäften. Wo andere noch über Für und Wieder diskutieren, generieren wir bereits das Business“, so Flea von Löhneysen-Hoefl. Die Inhaberin von Guerilla Promotion ist gleichzeitig die operative Leiterin der Veranstaltung und sieht in Premium Music die überfällige Verbindung von zwei Welten: die der Musikerzeuger und -verkäufer mit jener der Musiknutzer und -einkäufer. Deshalb sollen sich vom 30. September bis zum 2. Oktober in Berlin die Entscheider dieser zwei Welten begegnen können und Premium Music den Boden für Cross-Over-Geschäfte bereiten.
„Die Verknüpfung von Sync-Beratern mit Music Supervisors ist ebenso ein Beleg für unseren internationalen Anspruch wie die Einladung von japanischen Mobile-Content-Aggregatoren, europäischen Spieleentwicklern oder koreanischen Klingeltonfirmen“, erklärt von Löhneysen-Hoefl. Besonderen Wert legt sie auf die Feststellung, dass sich ihr Event nicht als Konkurrenz zur Popkomm versteht. „Es ist eine sinnvolle Ergänzung zur Popkomm, die den Standort Berlin attraktiver macht und den Fachbesuchern eine Erweiterung des Portfolios anbietet.“ Die vermeintliche Terminkollision soll also Musikmanagern die Möglichkeit geben, abseits des Messetrubels unterm Funkturm auch Kontakte außerhalb der Branche neu zu knüpfen oder zu pflegen. „Außerdem fokussieren wir uns auf nationale und internationale Independentlabels, von denen die meisten ohnehin nicht an der Popkomm teilnehmen würden.“
In Berlin Mitte führt Premium Music das gehobene Management der Musikbranche mit den nationalen und internationalen Top-Entscheidern aus Film, Fernsehen, Werbung, Games, IT & Telekommunikation sowie Mode und Sport zusammen. Es wird dabei im Gegensatz zu den meisten Präsenzmessen keine kostspieligen Stände geben. In einheitlichen, modisch gestalteten Lounges soll man sich ungestört auf Augenhöhe treffen, um über Lizenzrechte und vor allem neue Geschäftsmodelle zu verhandeln. Dabei halten die Gründer der Premium Exhibitions GmbH ihren jüngsten Ableger exklusiv: Premium Music soll kein Tummelplatz für Schaulustige aus und neben der Branche werden, sondern eine Veranstaltung, bei der Profis auf Einladung gezielt ihren Geschäften nachgehen können. Premium Exhibitions hat sich seit einigen Jahren einen erstklassigen Ruf mit Fashion-Shows wie „Premium“ und „Premium +“ gemacht.
Dahinter stecken neben Anwalt Dr. Florian Bachelin (Kanzlei Sasse & Partner) die beiden Mode-Experten Anita Bachelin und Norbert Tillmann. Die Ausweitung ins Musikgeschäft war für den Premium-Geschäftsführer ein natürlicher Prozess: „Die Talsohle, in der die Musikindustrie derzeit steckt, hat die Modeindustrie bereits hinter sich. Auch hier mussten alte Strukturen aufgebrochen und neue Ansätze und Wege gefunden werden. Für die Musikindustrie ist dieser Schritt überfällig“, so Bachelin. Die Premium-Music-Macher werden nicht nur namhafte Keynote-Redner organisieren, sondern sich auch als Matchmaker betätigen und die Entscheider der verschiedenen Branchen zusammenbringen. Für Rechteverkäufer beginnt das Premium-Vergnügen bei 1700 Euro für eine 10m²-Lounge, wer mehr Platz braucht, bekommt die 20m²-Lounge für 3000 Euro. Bei V2, Ministry of Sound, Peppermint Jam, Low Spirit, Naked, Hedkandi oder Unique hält man das bereits jetzt für eine sinnvolle Investition – in den nächsten zehn Wochen sollen es rund 40 Labels werden.






