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Preissenkung setzt Majors unter Druck und schadet EMI-Kurs

Die angekündigte Preissenkung der Universal Music Group zum 1. Oktober setzt die Wettbewerber unter Zugzwang: Branchenkenner rechnen mit vergleichbaren Schritten der weiteren Majors. An der Börse hat die EMI Group bereits mit den Folgen der Preisrunde zu kämpfen.

Die angekündigte Preissenkung der Universal Music Group (UMG) zum 1. Oktober setzt die Wettbewerber unter Zugzwang. Branchenkenner rechnen mit vergleichbaren Schritten der weiteren Majors: So erklärte der Künstlermanager und frühere Sony-Mitarbeiter Steve Rennie der „Los Angeles Times“: „Ich wette, dass bis zum Ende des Monats alle anderen Majors nachgezogen haben.“ Warner Music ließ derweil verlauten, dass es derzeit keine konkreten Pläne zu einer Preissenkung gebe. Allerdings setzt das Unternehmen die fortlaufende Beobachtung der eigenen Preispolitik fort. Auch bei Sony Music gibt man sich zunächst vorsichtig. Sir Howard Stringer, Chef der Sony Corp. of America, sagte der „New York Times“, man wolle sich die Marktentwicklung nach dem UMG-Vorstoß erstmal genau ansehen, bevor man sich entscheide. Er äußerte sich jedoch skeptisch über die Nachhaltigkeit der Preissenkung, zumal schon jetzt viele große Ketten mit Niedrigpreisen werben: „Sie bekommen doch bereits heute nahezu jede CD für neun oder zehn Dollar bei Wal-Mart.“ An der Börse hat die EMI Group bereits mit den Folgen der Preisrunde zu kämpfen: Noch vor dem Wochenende brach der Kurs der EMI-Papiere im Laufe zweier Tage um 19 Prozent von 171,5 Pence auf 139 Pence ein. Zu Handelsbeginn am 8. September erholte sich der Kurs zunächst um knappe 0,5 Pence.

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