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Preis für Popkultur feierte Musikfest im Planetarium

Im Berliner Zeiss-Großplanetarium ging am 21. Juni die Gala vom Preis für Popkultur über die Bühne. Vor 400 geladenen Gästen wurden unter anderem Westbam, der Film zum Musikfestival Jamel und die Band Grenzkontrolle ausgezeichnet.

Schon bevor am Abend der Preis für Popkultur seinen Lauf nahm, stand das Gelände rund um das Zeiss-Großplanetarium am 21. Juni voll im Zeichen der Musik. Im Rahmen der Fête de la Musique bestückte der Verein zur Förderung von Popkultur, der Ausrichter des Preises, eine Bühne. Ab 16 Uhr kamen rund 2500 Menschen zu den Shows von 6euroneunzig, dem Singer-Songwriter Baumgart sowie der Sängerin Nadia Benaissa.

Anschließend führte die Journalistin Victoria Reichelt durch den Abend der Preisverleihung, bei der erneut Baumgart, aber auch Justin Hayo, Madanii und Mariybu das Livemusikprogramm beisteuerten.

„Es ist so schön, dass so viele Nominierte da sind, so viele Mitglieder und Freund:innen der Popkultur“, eröffneten Josefine Nowack und Stephan Hengst, Vorstände des Vereins zur Förderung der Popkultur, die Preisverleihung.

„Eine Dekade Preis für Popkultur: das bedeutet großartige Live-Auftritte, aber vor allem auch Menschen, die immer wieder für die Sache zusammenkommen, und neue Verbindungen zwischen Künstler:innen, die sich hier begegnen. Wir sind stolz, künstlerischer und popkultureller Arbeit durch den Preis für Popkultur seit zehn Jahren eine Bühne zu bieten“, resümieren die beiden.

Als Vorstandsvorsitzende für den Preis verantwortlich: Stephan Hengst und Josefine Nowack.

„Gerade in der aktuellen Zeit, in der immer mehr Kulturförderungen ausbleiben, sind wir sehr froh“, so Hengst und Nowack weiter, „dass wir die heutige Veranstaltung dank aller Beteiligten in so kurzer Zeit noch auf die Beine stellen konnten.“

Die Gewinner:innen

Lieblingskünstler:in / Lieblingsband
Peaches

Hoffnungsvollste Newcomer:in
Grenzkontrolle

Lieblingsproduzent:in
Novaa

Lieblingsalbum
Tristan Brusch – „Am Anfang

Lieblingssong
FAYIM – „Näher

Bewegendstes Bild
JAMEL – Lauter Widerstand

Beeindruckendste Liveshow
Nina Chuba – Arena Tour

Gelebte Popkultur
SchwuZ Queer Club

Lieblingspodcast
Jan Schwarzkamp – „Der Soundtrack meines Lebens

Herausragendes gesellschaftliches Engagement
Corner Chor – Scheiß AfD Jodler

Preis für das Lebenswerk
Westbam

Die Laudatios auf die Preisträger:innen kamen unter anderem von Albe Wilczek, Anja Caspary, Brix Schaumburg, Floss, Gloria Viagra, Mark Reeder, Ni-Ka (Reservix), Noel Andre und Senna Gammour.

Westbam, Gewinner des Lebenswerk-Preises, wurde mit einer Laudatio des Chicagoer Musikers Robert Owens geehrt, der den Produzenten, DJ, Labelchef und Erfinder des Mayday-Festivals in seiner Rede als seinen „Brother from another mother“ bezeichnete. Die Jury ergänzt zudem, man zeichne neben dem musikalischen Schaffen insbesondere auch „seinen nachhaltigen Einfluss auf die Popkultur und die Entwicklung der Club- und Festivalkultur“ aus.

Wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Westbam.

Tim Renner, ehemaliger Universal-Music-Chef, Berliner Kulturstaatssekretär und heute als Dozent sowie Autor tätig, hielt eine vielbeachtete Keynote. Unter anderem betonte er: „Pop braucht nicht unbedingt Staatspreise, aber Auszeichnungen, die aus der Szene für die Szene kommen, so wie der Preis für Popkultur.“

Dass der Preis für Popkultur 2026 überhaupt stattfinden konnte, war im Vorfeld lange nicht klar. Unter anderem durch die weggefallene Förderung durch die Initiative Musik und dementsprechend den Kulturstaatsminister stellte der Verein zur Förderung von Popkultur die Veranstaltung eigenständig und ohne große Finanzierung auf die Beine.

Die Verantwortlichen bedanken sich im Anschluss an die Veranstaltung bei den Partnern des Preises, darunter Reservix, dem Zeiss-Großplanetarium, recordsale.de, Spreequell, Universal Music, BMG, Towntalker, Studio Grill, Rotkäppchen und Carlsberg. Als Medienpartner war auch MusikWoche an Bord.