“Die katastrophale Entwicklung auf dem deutschen Tonträgermarkt, massive Retouren aus dem Ausland sowie die Pleiten einiger Vertriebspartner haben bei uns zur Entscheidung geführt, eine vorläufige Insolvenz für PP Sales Forces zu beantragen“, erklärt Jens-Markus Wegener. Die seit April in enger Kooperation mit der Kölner Firma Groove Attack angekurbelten Vertriebsaktivitäten von PP Sales wurden in gegenseitigem Einverständnis unterbrochen, heißt es. Von dem Schritt sind neun Mitarbeiter betroffen. PP Sales betreute zuletzt Labels wie Compost, Unique, Sonar Kollektiv, Gomma oder Holophon auf teils internationaler, teils nationaler Ebene.
„Mit Hilfe eines schon vorhandenen Sanierungsplans unter Leitung eines erfahrenen Sanierers soll in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter der Fortbestand der Gesellschaft mit neuen Gesellschaftern erreicht werden“, gibt Wegener als Ziel an. Die Wegener-Brüder wollen sich nun auf ihre geschäftlichen Kernaktivitäten als Musikverleger und Musikvermarkter in den Firmen AMV Alster und Public Propaganda konzentrieren. Diese Unternehmen seien mit PP Sales Forces gesellschaftsrechtlich nicht verbunden. „Durch hartes Kostenmanagement, Personalabbau und Umstrukturierungsmaßnahmen ist es uns bei Public Propaganda gelungen, auch weiterhin einen Full Service für Musikvermarktung und Promotion anzubieten“, sagt Oliver Wegener-Pavenstedt. Das Know-how über die richtige Vermarktungsstrategie von Künstlern werde in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung sein. „Insofern macht es Sinn, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.“ PP Sales sei bereits im Spätherbst 2003 im Zuge des Gläubigerschutzverfahrens seines US-Vertriebspartners Shelter in Schieflage geraten. Damals habe man eine sechsstellige Summe verloren, erklärte Wegener-Pavenstedt im Gespräch mit musikwoche. Die Insolvenz des britischen Vertriebspartners 3mv im April 2004 sei ein weiterer Rückschlag gewesen.






