Nach einer Begrüßung zogen zunächst die Geschäftsführer:innen Dorette Gonschorek und Norbert Oberhaus auf der Bühne im Kölner Urania Theater eine Zwischenbilanz des ersten aktiven Jahres beim PopBoard NRW. Unter anderem ging es dabei um die sogenannte Pop Map, kostenlosen Beratungsangebote für Musiker:innen und die Vorstellung des PopBoards NRW mit Hilfe einer Bustour durch die Regionen des Flächenlands. Diese und andere Leuchtturmprojekte hatten Gonschorek und Oberhaus kürzlich bereits im Gespräch mit MusikWoche vorgestellt. Die Präsentation der Ergebnisse einer breiter angelegten Umfrage unter Musiker:innen indes hatte sich das Popboard NRW für diese Auftaktveranstaltung aufgehoben.
Die Vorstellung übernahm Klubkomm-Vorstandsmitglied Heiko Rühl (Gewölbe, Köln), der in seinem Vortrag unter anderem auf deutlich mehr als 600 verwertbare Antworten aus allen Regierungsbezirken und „fast allen Kreisen“ des Landes Nordrhein-Westfalen berichten konnte, die im Umfragezeitraum bis Ende Februar über die per Schneeballsystem verbreitete Umfrage eingesammelt werden konnte.
Das Durchschnittsalter aller Antwortenden taxierte Rühl auf 38 Jahre, das sei ein bisschen jünger als bei der erst jüngst vorgestellten miz-Studie, was unter anderem darauf zurückzuführen sei, dass man mit der NRW-Erhebung auch den semi-professionellen Bereich angesprochen habe. Passend dazu lag dann auch die Zahl der Teilnehmer:innen der Umfrage, die hauptberuflich ihren Lebensunterhalt mit Musik bestreiten, bei 36 Prozent. Rund die Hälfte der Hauptberuflichen gab indes an, nicht allein von der Musik leben zu können; das durchschnittliche Jahreseinkommen der Hauptberuflichen liege demnach laut Rühl bei gut 20.000 Euro.
Daneben identifizierte die Umfrage auch Probleme von Musiker:innen beim Umgang mit Fördermöglichkeiten, und führte dazu unter anderem mangelndes Wissen (45 Prozent), unklare Berechtigungen (32 Prozent) und komplizierte Verfahren (31 Prozent) als Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme von solchen Angeboten an.
An diese Ergebnisse schloss eine Diskussionsrunde unter dem Motto „Looking Back, Moving Forward“ an, an der neben Dorette Gonschorek (Geschäftsführung, PopBoard NRW) auch Musikerin Mariama vom Beirat des PopBoards NRW, Thomas Baerens (Referatsleiter, Kulturministerium NRW) und Carsten Winter (Professor, HMTMH Hannover) unter der Gesprächsleitung von Carsten „Hölle“ Schumacher (Landesmusikrat NRW) teilnahmen.
Carsten Winter verwies in der Runde unter anderem auf den besonderen Wert der Musiker:innenumfrage: Schließlich sei es wichtig, Dinge, über die man spricht, auch empirisch zu unterfüttern. Zudem betonte er, dass man im Pop auch mit wenig Geld viel bewegen könne, was die Studie schon mit einem Verweis auf tatsächlich realisierte Honorare einerseits und deren gewünschte Höhe andererseits zeigte.
Musikerin Mariama verglich unter anderem Fördermöglichkeiten in Frankreich mit denen in Deutschland, wünschte sich mehr Bewusstsein bei denen im Pop aktiven Akteur:innen für das im Land NRW vorhandene kreative Potenzial und eine bessere Begleitung der Kreatvischaffenden auf dem Weg zur Professionalisierung.
Nach einem ersten Networking im Rahmen des c/o-pop-Branchentreffs folgte dann unter anderem das offiziellen Eröffnungskonzert des Festivals mit der Crucchi Gang in den Satory Sälen. Das Festival findet noch bis zum 30. April in Köln statt.





