Recorded & Publishing

Platzt die Ehe zwischen BMG und Warner Music?

Die Medienriesen Bertelsmann und AOL Time Warner schienen sich schon weitgehend einig. Doch nun ist die Fusion ihrer Musiksparten gefährdet.

Die Medienriesen Bertelsmann und AOL Time Warner schienen sich schon weitgehend einig. Doch nun ist die Fusion ihrer Musiksparten gefährdet. Es heißt, AOL-Time-Warner-Chef Richard Parsons war nicht erfreut, als ihn Bertelsmann-Chef Gunter Thielen vor ein paar Tagen anrief, um einen Deal platzen zu lassen, der schon fast unterschriftsreif war: Es ging um die Übernahme der Buchverlagssparte von AOL Time Warner durch die Bertelsmann-Division Random House. Deren Chairman Peter Olson hatte zielstrebig verhandelt und den ursprünglich geforderten Preis von 400 Millionen Dollar sogar auf umgerechnet 255 Millionen Euro gedrückt. Leider scheint es ihm nicht gelungen zu sein, den Aufsichtsrat in Gütersloh mit seinem Enthusiasmus anzustecken. Aus Bertelsmann-Kreisen verlautete, Thielen und Finanzvorstand Siegfried Luther hätten die Akquise des Buchverlags blockiert. Grund: Der Verkauf der Fachverlagssparte BertelsmannSpringer für 1,025 Mrd. Euro sei noch nicht über die Bühne gegangen, der Konzern wolle sein Schuldenlimit nicht überziehen. Parsons soll als Reaktion auf den Rückzieher die laufenden Gespräche über eine Fusion der Musiksparten abgesagt haben. Dies lässt sich indes auch als taktisches Manöver interpretieren, um bei der nächsten Runde der Fusionsgespräche eine bessere Ausgangsposition zu haben. Hierzu würde passen, dass auch EMI als möglicher Partner sowohl für Warner Musicwie für BMG im Gespräch bleibt.