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Phonowirtschaft setzte 2005 global drei Prozent weniger um

Die Musikwirtschaft hat im Jahr 2005 erneut weltweit Einbußen hinnehmen müssen. Der Jahresbericht der IFPI weist beim Einzelhandelsumsatz ein Minus von 2,4 Prozent aus. Die Umsätze der Plattenfirmen schrumpften um drei Prozent. Da selbst DVDs im Minus lagen, wuchs einzig das Digitalgeschäft weiter.

Die Musikwirtschaft hat im Jahr 2005 erneut weltweit Einbußen hinnehmen müssen. Der Jahresbericht der IFPI weist beim Einzelhandelsumsatz ein Minus von 2,4 Prozent aus. Die Umsätze der Plattenfirmen schrumpften um drei Prozent. Der weltweite Großhandelsumsatz der Branche betrug nach IFPI-Berechnungen 20,795 Mrd. Dollar oder umgerechnet 17,15 Mrd. Euro. Der Handel setzte gemäß einer Schätzung des Weltverbands mit den Produkten der Labels 33,456 Mrd. Dollar oder auch 27,60 Mrd. Euro um.

Von allen Formaten im Markt konnten lediglich die digitalen Zuwächse verzeichnen, alle physischen Angebote erodieren weiter, machen jedoch noch 94,5 Prozent aller Umsätze aus.

Am schlimmsten traf es die „alten“ physischen Träger wie VHS, Cassetten oder Vinyl mit einem Umsatzrückgang von 30 Prozent auf 372 Mio. Dollar. CD-Alben, die im letzten Jahr noch 81,8 Prozent zum weltweiten Branchenumsatz beitrugen, verloren beim Stückzahlenabsatz 3,4 Prozent und die Großhandelsumsätze sanken um sechs Prozent auf 17,019 Mrd. Dollar. DVD-Umsätze gaben um 4,3 Prozent auf 1,54 Mrd. Dollar nach, Singles trugen mit 721 Mio. Dollar 12,2 Prozent weniger zum Gesamtkuchen bei. Insgesamt verloren die physischen Formate acht Prozent der Stückzahlen und 6,7 Prozent der Umsätze.

Das einzige Marktsegment, auf das sich die Musikindustrie verlassen kann, ist das Digitalgeschäft: Es legte im Vergleich mit 2004 um 188 Prozent zu und setzte 1,143 Mrd. Dollar um. Dabei wurden über stationäre und mobile Plattformen insgesamt 470 Mio. Einheiten verkauft – 194 Prozent mehr als im Jahr davor. Im Großen und Ganzen verteilen sich die digitalen Umsätze rund um den Globus gleichmäßig auf mobile Anwendungen und Internetdownloads, wobei es regional deutliche Unterschiede gibt.

In den USA, Großbritannien, Deutschland, Kanada oder Holland liegt der Löwenanteil beim Onlineverkauf. In Märkten wie Japan, Frankreich, Italien, Südkorea oder Australien werden mehr Titel auf Handys verkauft. Besonders ist dies in Japan zu beobachten, wo 91 Prozent des Digitalmarkts auf das Konto von Mobile Entertainment gehen. Der Internetverkauf von Downloads ist dabei weiterhin fest in der Hand von Apple und 86 Prozent aller Downloadumsätze werden mit dem Verkauf von einzelnen Songs erzielt. Im Mobilgeschäft sind Master-Ringtones derzeit noch mit 87 Prozent Marktanteil tonangebend, doch Fulltrack-Downloads und Musikvideos verzeichnen schon jetzt größere Wachstumsraten.

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