Recorded & Publishing

PhonoLine gerät unter Druck

Das gemeinsame Download-Portal der deutschen Musikwirtschaft steht erneut im Fokus der Öffentlichkeit: Angeblich können sich die Bundesverbands-Mitglieder nicht auf einen technischen Dienstleister einigen.

Das gemeinsame Download-Portal der deutschen Musikwirtschaft steht erneut im Fokus der Öffentlichkeit: Angeblich können sich die Bundesverbands-Mitglieder nicht auf einen technischen Dienstleister einigen. Universal beharre, so heißt es, bei der technischen Umsetzung auf seinen Popfile-Partner Telekom, den anderen Majors sei das Telekom-Angebot aber zu teuer. Unter anderem geht es, so das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, um eine prozentuale Umsatzbeteiligung des Technik-Dienstleisters in Höhe von 15 bis 20 Prozent pro verkauftem Song. Bei den voraussichtlich erzielbaren Download-Preisen von rund einem Euro würde das zu verteilende Stück vom Kuchen für Plattenfirmen, Künstler sowie Handels- oder Medienpartner auch angesichts offener GEMA-Forderungen immer kleiner. Gleichzeitig gerät das lang diskutierte Projekt PhonoLine auch durch Mitbewerber unter Zugzwang: Neben dem voraussichtlich für Oktober geplanten Europa-Start des Apple-Stores soll der britische Anbieter OD2, der bereits bei Karstadt und MediaMarkt mit im Boot sitzt, kurz vor der Erweiterung seines eigenen Shops stehen. Angesichts der Unstimmigkeiten soll bei der nächsten Vorstandssitzung des Bundesverbands am 2. Juli die Rettung von PhonoLine als wichtigster Punkt auf der Tagesordnung stehen. Bis dahin will sich der Bundesverband – so die Auskunft auf eine entsprechende Anfrage von musikwoche – in Schweigen hüllen und auch Meldungen nicht kommentieren, die Mitgliedsfirmen schickten sich inzwischen Briefe mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und man habe deshalb die geplante „Elefantenrunde“ im August auf der Popkomm abgesagt.

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