Die verschiedenen deutschen Downloadportale verkaufen nach Branchenschätzungen monatlich bereits mehr als eine Mio. Tracks. Die gemeinsame Branchenplattform Phonoline rangiert dabei laut Angaben des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft mit rund 150.000 Downloads hinter dem Marktführer Apple mit geschätzten 570.000 Downloads im Monat. Etwa gleichauf mit Phonoline liegen laut Bundesverband AOL mit 125.000 bis 150.000 Downloads und Musicload aus dem Hause T-Online mit 120.000 bis 140.000 Downloads – laut T-Online allerdings verbucht Musicload bereits rund 200.000 Tracks pro Monat. OD2 folgt schließlich mit vom Bundesverband geschätzten 60.000 verkauften Songs. Bei Phonoline habe sich die Zahl der Downloads seit Markteinführung stetig erhöht, erklärt Bundesverbandssprecher Hartmut Spiesecke. Die Zuwachsraten liegen demnach bei rund 25 Prozent pro Woche. Dennoch regt sich nach einem musikwoche-Exklusivinterview mit BMG-President Maarten Steinkamp, in dem dieser Phonoline äußerst kritisch gesehen hatte, weiterer Unmut.
Downloadzahlen auf dem deutschen Markt
“ Apple – 570.000
“ Phonoline – 150.000
“ AOL – 125-150.000
“ Musicload – 120-140.000
“ OD2 – 60.000
So zeigt sich nun auch Phonoline-Vertriebspartner CTS Eventim unzufrieden: „Wir verkaufen etwa 1000 bis 1500 Lieder am Tag, hatten aber eigentlich mit der zehnfachen Anzahl gerechnet“, sagte CTS-Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Auch finanziell rechne sich das Engagement nicht: „Wir zahlen bei jedem Download für 99 Cent 20 Cent drauf.“ CTS verhandele bereits mit anderen Anbietern und wolle im Herbst über die weitere Zusammenarbeit mit Phonoline entscheiden.
Das Musikgeschäft im Internet etabliere sich dennoch schneller als erhofft, heißt es beim Bundesverband. Downloads könnten schon bald die Größe des Singles-Markt mit 24 Mio. Exemplaren im Jahr 2003 erreichen. Als technische Plattform der Musikwirtschaft stehe Phonoline zudem nicht in Konkurrenz zu Anbietern wie Apple. Vielmehr sei die Plattform prädestiniert für die Zusammenarbeit mit Markenartiklern oder vergleichbaren Kooperationspartnern. Dabei profitiere die Branche auch von für Endkunden kostenlosen Angeboten wie der aktuellen Coke-Promotion.






