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Permira kehrt HMV nach erneuter Ablehnung den Rücken

Die britische Handelsgruppe HMV bleibt hartnäckig. Auch ein verbessertes Übernahmeangebot von Permira Advisors wies das Unternehmen nun als zu niedrig zurück. Die Investoren haben deshalb nun angeblich die Nase voll.

Die britische Handelsgruppe HMV bleibt hartnäckig. Auch ein verbessertes Übernahmeangebot von Permira Advisors wies das Unternehmen am 13. März als zu niedrig zurück. Mit 210 Pence pro Aktie würde Permira HMV noch immer unter Wert einschätzen, ließ der Vorstand wissen. Deshalb werde man auch jetzt nicht mit den Privatinvestoren verhandeln. Die erneute Ablehnung durch HMV hat den Investoren offenbar die Lust auf eine Fortsetzung des Flirts verübelt. Britischen Medienberichten zufolge haben die führenden Köpfe bei Permira nun die Nase voll und werden nicht mehr weiter um HMV buhlen. Die Beteiligungsfirma hatte in der vergangenen Woche ihre Offerte aus dem Januar von 190 auf nun 210 Pence erhöht.

Bei diesem Kurs wäre die Fachhandelskette 1,23 Mrd. Euro wert. Doch statt sich auf das Angebot einzulassen, will die Firmenleitung seinen Aktionären künftig „mehr Value“ bieten. Dies soll z.B. durch die seit längerem geplante Übernahme der Buchhandelskette Ottakar’s erreicht werden. Zudem habe man zum 9. März seinen Webshop überarbeitet und werde nach der Übersiedlung des Logistikzentrums auf die Kanalinsel Guernsey seinen Lieferservice verbessern. Auch mit der Suche nach einem Nachfolger für den zum Jahresende ausscheidenden CEO Alan Giles komme man „gut voran“. Doch an der Börse sieht man die Haltung des HMV-Vorstands mit Skepsis: Am Montag knickte der Aktienkurs um rund 3,6 Prozent auf 188,25 Pence ein und erholte sich auch gestern nicht merklich.

Die Analysten sind vom kurzfristigen Konzept des Vorstands ebenfalls nicht überzeugt. HMV bewege sich in einem Geschäft, das in strukturellen Schwierigkeiten stecke und werde weiterhin Marktanteile und Umsätze an Online- und Downloadhändler sowie Supermärkte verlieren, erklärten die Experten bei Numis Securities und stuften die Aktie auf „Reduce“ ein.

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