Der Bezahldienst PayPal, über den viele Downloadportale ihren Zahlungsverkehr abwickeln, hat Medienberichten zufolge den Geldtransfer zu diversen russischen Downloadseiten gestoppt. Betroffen ist auch der umstrittene Dienst MP3Search.ru, dessen Manager Sergei Arsentiev vermutet, dass die RIAA ihre Finger im Spiel hat.
Der russische Onlinemarkt ist den westlichen Branchenverbänden ein Dorn im Auge, da russische Onlinehändler in Russland günstige Lizenzen einkaufen, die ihnen erlauben, Songs zu Dumpingpreisen anzubieten. Da die RIAA in Russland keinerlei Einflussmöglichkeiten hat, vermutet Arsentiev nun, dass PayPal von den Lobbyisten der Plattenindustrie unter Druck gesetzt wurde. PayPals offizielle Erklärung für das Versiegen des Geldflusses ist die unklare rechtliche Situation der russischen Musikportale. Arsentiev erklärt im Magazin „Museekster“, die Anbieter hätten mehrfach versucht nachzuweisen, dass ihr Angebot samt der Lizenzen legal sei. Dr. Hartmut Spiesecke, Sprecher des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft, erklärt auf Nachfrage von musikwoche jedoch nachdrücklich, dass die russischen Angebote in Deutschland allesamt illegal seien.





