Recorded & Publishing

Pariser Behörden gehen gegen CDs mit Kopierschutz vor

EMI France und der Handelskonzern Fnac werden von einer französischen Untersuchungskommission des Konsumentenbetrugs bezichtigt. Der Vorwurf richtet sich gegen EMI-CDs, die aufgrund ihrer Kopierschutzsysteme das Abspielen im Auto und auf Computern verweigern.

EMI France und der Handelskonzern Fnac werden einem Bericht in der Online-Ausgabe der „Financial Times“ zufolge von einer französischen Untersuchungskommission des Konsumentenbetrugs bezichtigt. Der Vorwurf richte sich gegen EMI-CDs, die aufgrund ihrer Kopierschutzsysteme das Abspielen im Auto und auf Computern verweigern. Dies sei „Betrug hinsichtlich der Warenqualität“, so die Kommission. Die CDs enthalten ein Kopierschutzsystem der Firma Macrovision, das nach diversen Kundenbeschwerden vom französischen Wettbewerbs- und Betrugsbüro für unzulässig erklärt wurde. Es verstieße gegen ein technologisches Abkommen aus den 80er-Jahren und gegen das so genannte „Loi Lang“, ein nach dem damaligen Kulturminister Jack Lang benanntes Gesetz von 1985, das ausdrücklich das Kopieren von CDs für den Privatgebrauch gestattet. Kommisssionmitglied Alain Philibeaux soll vergangenen Monat entschieden haben, beide Firmen anzuklagen. Eine Verurteilung könne Strafen in Höhe von 187.000 Euro nach sich ziehen. Außerdem müssten die fraglichen CDs aus dem Handel genommen werden. Die Kommission soll bereits ein ähnliches Verfahren gegen BMG eröffnet haben. Auch in Belgien prozessieren die Behörden Medienberichten zufolge gegen kopiergeschützte CDs. Hier sitzen EMI, BMG, Sony Music und Universal Music Group auf der Anklagebank.