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Palästinensische Flüchtlinge gründen P2P-Tauschbörse

Die Musikindustrie steht vor einer neuen Herausforderung: Eine palästinensische Firma betreibt von einem Flüchtlingslager aus einen illegalen Filesharing-Dienst. Juristische Gegenmaßnahmen dürften nur schwer greifen, befürchten Brancheninsider.

Die Musikindustrie steht vor einer neuen Herausforderung: Eine palästinensische Firma betreibt von einem Flüchtlingslager aus einen illegalen Filesharing-Dienst. Juristische Gegenmaßnahmen dürften nur schwer greifen, befürchten Brancheninsider. Die Website mit dem Namen „Earthstation 5“ bietet Streams und Downloads von Songs, Alben und Filmen an. Dass darunter aktuelle Streifen wie „Terminator 3“ oder „Tomb Raider“ sind, dürfte die Filmindustrie besonders ärgern. Juristisch betrachtet untersteht das Flüchtlingscamp in der West Bank der palästinensischen Verwaltung, die bislang nahezu keine Schutzverordnungen für ausländische Copyrights erlassen hat. „Es gibt nicht viele Gerichtsdiener, die Prozessvorladungen in ein palästinensisches Flüchtlingscamp zustellen. Und wenn es welche gibt, heißen wir sie willkommen“, gibt sich Ras Kabir, Mitgründer des Filesharingdienstes, zuversichtlich und spielt auf die jüngste Abmahnwelle des US-Tonträgerverbands RIAA an. Laut Kabir wird das „Earthstation 5“-Projekt von anonymen Investoren aus Israel, Russland und Saudi-Arabien unterstützt.