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P2P-Sympathisanten stiften Anwalt für Prozess gegen RIAA

Ein Rechtsstreit der RIAA gegen eine allein erziehende Mutter wird für den US-Branchenverband immer mehr zu einem PR-Desaster. Inzwischen berichten auch Leitmedien über den „David gegen Goliath“-Kampf der vermeintlichen Filesharerin gegen die großen Musikkonzerne.

Ein Rechtsstreit der RIAA gegen eine allein erziehende Mutter wird für den US-Branchenverband immer mehr zu einem PR-Desaster. Inzwischen berichten auch Leitmedien von der „New York Post“ bis hin zur Associated Press über den „David gegen Goliath“-Kampf der vermeintlichen Filesharerin gegen die großen Musikkonzerne. Der Grundtenor der Berichterstattung ist dabei durchweg nicht besonders RIAA-freundlich.

Patricia Santangelo, eine geschiedene Mutter von fünf Kindern, soll gemäß einer RIAA-Klage Musik illegal über die P2P-Software KaZaA down- und vor allem upgeloadet haben. Die Frau bestreitet die Vorwürfe und behauptet, die illegalen Downloads stammten vermutlich von einem der Freunde ihrer Sprösslinge, der dafür den heimischen Computer der Santangelos verwendet hatte. Ein Angebot der RIAA zur außergerichtlichen Beilegung des Falls schlug Santangelo aus und zog stattdessen gegen den Verband vor Gericht. Von KaZaA habe sie vorher nie gehört gehabt und der Nutzername, den die RIAA ihrer IP-Adresse zugeordnet hat, sei wohl der eines Freundes ihrer Kinder.

Anfangs vertraute die Frau noch auf die Hilfe eines Verteidigers, doch nachdem die Anwaltskosten 24.000 Dollar überschritten und ihre Ersparnisse aufgebraucht waren, erschien Santangelo kurz vor Weihnachten alleine vor Gericht. Erst als diverse Blogger und P2P-Aktivisten den Fall online populär machten, formierte sich die RIAA-Opposition hinter Santangelo. Diverse Websites riefen zu Spenden auf und aktuell liegen 6862,15 Dollar auf einem Treuhandkonto. Mit diesem Geld soll Santangelo ihren neuen Anwalt bezahlen können.

Bei der RIAA will man sich nicht gezielt zu diesem Fall äußern. Sprecherin Jenni Engebretsen erklärte lediglich: „Wir wollen mit all diesen Antipirateriemaßnahmen nur die Möglichkeit der Tonträgerindustrie wahren, auch künftig noch in neue Bands und neue Musik investieren zu können.“

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