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P2P-Firmen arbeiten an Einigung mit der Musikbranche

Nachdem bekannt wurde, dass Mashboxx am Kauf von Grokster interessiert ist, dringen langsam auch andere Entwicklungen in der P2P-Szene an die Öffentlichkeit. Mindestens fünf Filesharing-Anbieter befänden sich derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Käufern oder planten, ihr Konzept auf ein von der Musikindustrie befürwortetes Geschäftsmodell umzustellen.

Nachdem jüngst bekannt wurde, dass die weiterhin in der Entwicklungsphase befindliche legale Tauschbörse Mashboxx am Kauf von Grokster interessiert ist, dringen langsam auch andere aktuelle Entwicklungen in der P2P-Szene an die Öffentlichkeit. Mindestens fünf Filesharing-Anbieter befänden sich derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Käufern oder planten, ihr Konzept auf ein von der Musikindustrie befürwortetes Geschäftsmodell umzustellen, berichten führende US-Tageszeitungen. Während die Übernahme von Grokster durch Mashboxx als so gut wie sicher gilt, entpuppen sich nun auch eDonkey, Morpheus und LimeWire als mögliche Übernahmekandidaten. Mashboxx habe auch mit den Anbietern dieser Filesharing-Systeme verhandelt, verriet ein Insider der „New York Times“. „Wir haben eine ganze Reihe von Akquisitionen im Auge, aber sie müssen für uns sinnvoll sein“, ließ Mashboxx-Chef Wayne Rosso dazu wissen.

Einer der aus Sicht der Branche bislang hartnäckigsten und unnachgiebigsten P2P-Anbieter will offenbar ebenfalls auf ein neues System umstellen. Sam Yagan, CEO der Firma MetaMachine, die als Vertrieb der P2P-Software eDonkey fungiert, sagte gegenüber der „Los Angeles Times“, man erarbeite derzeit Möglichkeiten, sich dem Zorn der Musikindustrie zu entziehen und dabei neue Umsatzquellen zu erschließen. Ob die kommende Version von eDonkey dabei mit Filtern, einem Bezahlschema oder anderen Mitteln zur Unterbindung von Piraterie aufwarten wird, sei noch zu klären. Dass eine Umstellung kommt, sei jedoch unausweichlich. Sie stehe sogar unmittelbar bevor, so Yagan. „Für uns ist es wichtig, innerhalb der Grenzen der Gesetze zu arbeiten. Und bis zum Supreme-Court-Urteil gegen Grokster und StreamCast war ich davon überzeugt, dass wir gesetzestreu sind“, sagte Yagan der „LAT“.

iMesh, der neben Mashboxx zweite von der Musikbranche genehmigte P2P-Dienst, ist nach Aussage seines Chairman Robert Summer ebenfalls auf Einkaufstour. Man habe diversen Filesharing-Firmen erste Avancen gemacht, sagte Summer der „NYT“. Dabei handelt es sich „um wohlbekannte Player“, doch noch stehe nicht fest, ob es tatsächlich zu Deals kommen wird. Eines stehe indes bereits jetzt fest: „Ich glaube nicht, dass irgendwer dabei reich wird.“

Unabhängig von den Verhandlungen mit den bisherigen P2P-Outlaws wollen iMesh und Mashboxx demnächst ihren Betrieb aufnehmen. Der Start von iMesh ist laut Summer in allernächster Zukunft zu erwarten, Mashboxx hingegen kämpft offenbar noch immer mit Kinderkrankheiten. Eigentlich sollte ein Softlaunch längst erfolgt sein, nun hofft Wayne Rosso auf erste Gehversuche ab Dezember. Mashboxx arbeitet bei seinem Geschäftsmodell mit dem Clearing-Haus Snocap zusammen, iMesh setzt auf den Dateifilter von Audible Magic.

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