Recorded & Publishing

opus61 schreibt in zwei Jahren Erfolgsstory

Im Gespräch mit Vertretern von deutschen Klassikvertrieben fiel zuletzt mehrfach der Name opus61. Die Entwicklung des jungen Fachgeschäfts sei eine Erfolgsgeschichte. musikwoche.de stellt den vor zwei Jahren eröffneten Shop vor.

“Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht“, erklärt René Dobberkau, der zusammen mit Susanne Paulus am 21. Oktober vor zwei Jahren opus 61 als Fachgeschäft für Klassik und Jazz in der Leipziger Innenstadt eröffnete. Mit Erfolg: Nach neun Monaten des laufenden Jahres schreibt opus61 ein kumuliertes Umsatzplus von 18 Prozent. Unweit der Nikolaikirche betreiben die beiden Inhaber ihren Shop auf einer Verkaufsfläche von 105 Quadratmetern. Das Geschäft verfügt über eine breite Fensterfront, die viel Licht einlässt und reichlich Platz für Dekos bietet. Neben Angebotstischen bestimmen hohe Regale, in denen die CDs in Rückenpräsentation ausgestellt sind, die Optik. Beide Betreiber arbeiteten zuvor bereits an anderer Stelle in der Branche: Paulus war bei Lerche in Stuttgart aktiv, Dobberkau im Musikalienhandel bei Steinway in Hamburg sowie bei L&P Classics in Berlin und im Leipziger Gewandhaus-Shop. Neben den beiden Inhabern zählen derzeit sieben Aushilfen zum opus61-Team.

„Bei uns kaufen zwar auch viele Touristen, wir leben aber zum großen Teil von unseren Stammkunden“, meint Paulus. „Ohne das Geschäft mit der Budgetware für die Laufkundschaft wäre es aber sicherlich schwerer.“ Der Saturn im Hauptbahnhof liegt zwar in Laufweite, peilt allerdings laut Paulus nicht dieselbe Zielgruppe an. Als weitere Mitbewerber in der Innenstadt Leipzigs nennen Paulus und Dobberkau außerdem die Musikalienhandlung Oelsner, einen WOM und das Klassikgeschäft im Gewandhaus. „Es hat sich aber im Bewusstsein der Kunden verankert, dass es auch andere Preisstrukturen gibt“, erklärt Paulus. „Viele haben sich an diese Preisstrukturen gewöhnt und schaffen heute leider nicht mehr den Rückschluss, dass ein Geschäft mit besonderem Service und besonderer Beratung eben auch ein wenig teurer sein muss. Das Hochpreispublikum bezahlt aber die 20,50 Euro; die wissen, dass diese Titel so viel kosten müssen.“

Allerdings sei laut Dobberkau auch im Klassikbereich ein verschärfter Preiswettbewerb zu verspüren: „Das sind Sachen, die uns bei mehreren Firmen ärgern.“ Unter anderem nennt er die Marketingaktion von Universal und jpc im „kulturSpiegel“, in deren Rahmen Klassiktitel zum Preis von 14,99 Euro angeboten wurden. Im Angebot von opus61 nehmen klassische Tonträger einen Anteil von 75 bis 80 Prozent ein. „Ich habe das nicht statistisch genau ausgewertet, aber vom Umsatzvolumen her ist das dem Angebot angemessen“, meint Paulus.